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Ali, du bist Islamomacho

Karin Nungeßer schreibt in der aktuellen Ausgabe des Freitag # 49 vom 8.12.2006 über deutsche Sauberkeit beim Trennen und dem Nutzen des Begriffs "Kultur" in der Debatte um Zuwanderung in Deutschland. Eine lesenswerte Analyse:

"Der Zusammenprall der Kulturen findet an diesem Sonntag im Pankower Multiplex statt. Hier läuft seit einer Viertelstunde der Spielfilm Knallhart von Detlef Buck in einer Sondervorstellung für Berliner Lehrer und Lehrerinnen. Auf der Leinwand hat es den jugendlichen Protagonisten gerade nach Neukölln verschlagen, ein wenig ratlos steht er nun im multikulturellen Gewimmel. Schnitt: Ein sechsjähriger Knirps, vermutlich türkischer oder arabischer Herkunft, kommt ihm keck erhobenen Hauptes entgegen. Frontal lässt Buck den Kleinen auf den Betrachter zumarschieren, bis ihm der Jugendliche verdutzt ausweicht. Im Saal gibt es Szenenapplaus, eine Frau ruft laut: "Genau so ist es."

Ist es so? Womöglich erzählt die Szene mehr über das diffuse Gefühl der Bedrohung, mit dem Einwanderung in Deutschland wahrgenommen wird. Die Botschaft, nicht nur im Film, lautet: Wenn wir Zusammenstöße vermeiden wollen, müssen wir wachsam sein - und ihnen im Zweifelsfall besser aus dem Weg gehen. Die Unterscheidung zwischen "uns" und "den anderen" wird dabei ebenso vorausgesetzt wie legitimiert - mit dem fatalen Effekt, dass jede Differenz, die "Ausländer" betrifft, als potenziell bedrohliche wahrgenommen wird. (...)"

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Michal Stachura | 09.12.06 10:07 | Permalink

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