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"Lost like a motherfucker"

[TELEPOLIS] Joshua Davis war als Kriegsberichterstatter im Irak und hat die revolutionäre neue digitale Kriegsführung aus der Nähe betrachtet

Alles vernetzt, alles prima? Wired [1]-Journalist Joshua Davis war gespannt darauf, in Augenschein zunehmen, was US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld als echte Revolution angekündigt hatte: die digitale Kriegsführung. Den Beginn eines neuen Kriegszeitalters, in dem Präzisionswaffen, die optimale Überwachung des Feindes und wendige Bodentruppen von einem Echtzeit-Kommunikationssystem zu einer nie dagewesenen Schlagkraft zusammengeschmiedet sind. Information anstelle von massivem Einsatz von Bodentruppen. Golf-Krieg II als das große Testfeld für eine netzzentrierte Strategie.

Davis ist dem digitalen Kommunikationsnetzwerk der US-Armee von der Kommandozentrale (Central Command) in Katar bis auf die Schlachtfelder im Irak gefolgt. Getrieben auch von der Frage: warum sich General Tommy Franks seiner Sache immer so sicher ist. Er hat das Global Command and Controll System (GCCS) gesehen, das in 65 Sun-Server untergebracht ist, die in einer Art Schiffscontainer zusammengepfercht sind und von zwei Soldaten überwacht werden. GCCS, von den Soldaten auch kurz Geeks genannt, zeichnet die Bewegungen von Panzern, Flugzeugen, Schiffen und Soldaten auf einer digitalen Landkarte auf, so dass sie in Echtzeit auf dem Bildschirm mitverfolgt werden können. Auch feindliche Stellungen, die vom Geheimdienst aufgespürt wurden, sind dargestellt. Im Warfighting Web, dem Armee-internen Netz-Portal, gibt es alles, was das Soldatenherz begehrt: Schlachtpläne, Berichte des Geheimdienstes, Fotos, Videos, Online-Chat und Aufzeichnungen von Funk-Nachrichten.

Die Effizienz dieses Informationsflusses wurde Davis so geschildert:
Kampfhandlungen werden per digitalem Video aufgezeichnet und über einen sicheren Satelliten an das GCCS übertragen. Im Warfighting Web kann das Geschehen dann unter Latest Intelligence live mitverfolgt werden, wobei gleichzeitig auch schon Befehle an die involvierten Soldaten gegeben werden können.

weiter: http://www.telepolis.de/deutsch/special/irak/14878/1.html

A.S.H. | 27.05.03 00:06 | Permalink

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