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    <title>OST:BLOG</title>
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    <updated>2012-05-14T13:17:06Z</updated>
    <subtitle>OSTBERLINER NEWSBLOG - PLATTFORM FÜR KUNDSCHAFTER, KADER, VOLXKORRESPONDENTEN [ONLINE SEIT MÄRZ 2003]</subtitle>
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    <title>Inhalt telegraph #124</title>
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    <published>2012-05-14T12:45:23Z</published>
    <updated>2012-05-14T13:17:06Z</updated>
    
    <summary> 76 Seiten 4,60 Euro [telegraph bestellen?] EDITORIAL DAS ENDE DES ENDES Die nächsten Jahre und Jahrzehnte werden aller Voraussicht nach wenig mit dem zu tun haben, was die Generationen der heute 15- bis 45-jährigen als alltägliche und politische Normalität...</summary>
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        <name>A.S.H.</name>
        
    </author>
            <category term="Kultur" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ostblog.de/">
        <![CDATA[<p><img alt="Cover124_245.jpg" src="http://www.ostblog.de/Images/Cover124_245.jpg" width="245" height="378" /><br />
76 Seiten 4,60 Euro <a href="http://telegraph.ostbuero.de/tinc?key=DyeNtIak">[telegraph bestellen?]</a></p>

<p><a href="http://www.ostblog.de/2012/05/erschienen_telegraph_124.php">EDITORIAL</a></p>

<p><strong>DAS ENDE DES ENDES</strong><br />
<em>Die nächsten Jahre und Jahrzehnte werden aller Voraussicht nach wenig mit dem zu tun haben, was die Generationen der heute 15- bis 45-jährigen als alltägliche und politische Normalität zu akzeptieren gezwungen waren</em>.<br />
<strong>Bini Adamczak</strong></p>

<p><strong>VERHARMLOSEN, IGNORIEREN UND VERSCHWEIGEN: DER NSU UND DIE, DIE IHN MÖGLICH MACHTEN</strong><br />
<em>Ein halbes Jahr ist mittlerweile vergangen, seitdem am 14. November 2011 auf eine dürre dpa-Meldung über einen missglückten Banküberfall und zwei tote mutmaßliche Bankräuber täglich neue Enthüllungen eines tödlichen Versagens von Sicherheitsbehörden und Geheimdiensten folgten.</em><br />
<strong>Heike Kleffner<br />
</strong><br />
<strong>DER HERR GAUCK</strong> <br />
<em>Den Herrn Gauck müssen wir ganz objektiv nehmen. Subjektiv wär’s gar zu schlimm. Der Mann als Bundespräsident ist die bislang giftigste Pointe auf die bislang ehrlichste Revolution in der deutschen Geschichte.</em><br />
<strong>Klaus Wolfram</strong></p>

<p><strong>ERFOLGREICHER WASSER-VOLKSENTSCHEID AUF DEM PRÜFSTAND</strong><br />
<em>Ein Hintergrundgespräch mit <strong>Thomas Rudek</strong>, Verfasser des Volksgesetzes über die Offenlegung der Teilprivatisierungsverträge bei den Berliner Wasserbetrieben am 13. Februar 2011</em></p>

<p><strong>DER KRIEG BEGINNT HIER</strong><br />
<em>Bei Auslandseinsätzen mit entsprechendem Gerät werden In- und Ausländische NATO-Truppen nach Leipzig verlegt und von dort an die Kampfschauplätze geflogen. Dabei können auch ABC-Waffen (atomare, biologische und chemische Mittel) zum Einsatz kommen, sieht der entsprechende NATO-Plan vor. Nach Auffassung von Völkerrechtlern widerspricht diese Nutzung zentralen Bestimmungen des 2-plus-4-Vertrags von 1990, mit dem die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland zustimmten. </em><br />
<strong>Torsten Schleip</strong></p>

<p><strong>ISRAEL: DIE PROTESTBEWEGUNG ARTIKULIERT NOCH NICHT GENÜGEND, WAS IN IHR AN POTENTIAL STECKT </strong><br />
<em>Ein Interview mit <strong>Prof. Moshe Zuckermann</strong> (Tel-Aviv) zu den sozialen Protesten in Israel</em></p>

<p><strong>„GESCHICHTE WIRD GEMACHT.“</strong><br />
<em>Geschichtsbildkonstruktionen haben eine eigene Geschichte, die zuweilen voller unfreiwilliger Komik ist. Bis einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Wer in der DDR gelebt hat, weiß, was es kosten kann, den Kotau vor der herrschenden Geschichtsschreibung zu verweigern. Wie sah es in der BRD und wie sieht es im wiedervereinigten Deutschland aus? Der Essay untersucht dies am Beispiel des Zusammenhangs von Geschichtsrevisionismus und staatlich verordnetem Antikommunismus.</em><br />
<strong>Thomas Klein</strong></p>

<p><strong>VIERZIG JAHRE „RADIKALENERLASS“ – BLOSS EIN WESTDEUTSCHER GEDENKTAG?</strong><br />
<em>Wenn wir uns in diesem Jahr an „40 Jahre Berufsverbote in der BRD“ (1972-2012) erinnern, lohnt es sich, auch die „40 Jahre politisch motivierte Arbeitsplatzverweigerung in der DDR (1949-1989)“ näher zu betrachten. Berufsverbote als höchste Form staatlicher Anerkennung widerspenstigen politischen Verhaltens hatten in beiden deutschen Staaten durchaus unterschiedliche Gestalt.</em><br />
<strong>Thomas Klein</strong></p>

<p><strong>BERLIN: ARM, ABER NICHT MEHR SO SEXY</strong><br />
<em>Die Stadt mit dem morbid-kreativen Charme wurde spätestens in den 90er Jahren zum Mythos. In der Realität wachsen heute jedoch Kommerz und Spießigkeit auf ein vielerorts unerträgliches Maß heran und verdrängen nicht nur die Kunst- und Kulturschaffenden. Ein Abgesang.</em><br />
<strong>Jenz Steiner</strong></p>

<p><strong>DA HABEN WIR DIE GANZE HÜTTE BESETZT</strong><br />
<em>Eine Gesprächsrunde über die Ostberliner Hausbesetzerbewegung in den 1990er Jahren. In einer Mietwohnung in Prenzlauer Berg trafen sich ehemalige Berliner Hausbesetzer. Sie schauten zurück und sprachen über den Alltag, Ideale, Solidarität, Kampf und Räumung. Über politische Ansprüche und gesellschaftliche Realitäten und über den Sinn von Hausbesetzungen.</em></p>

<p><strong>BÜCHERSCHAU<br />
Jochen Knoblauch</strong></p>

<p>76 Seiten 4,60 Euro <a href="http://telegraph.ostbuero.de/tinc?key=DyeNtIak">[telegraph bestellen?]</a></p>]]>
        
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    <title>Erschienen: telegraph #124</title>
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    <published>2012-05-11T14:00:34Z</published>
    <updated>2012-05-14T13:33:38Z</updated>
    
    <summary> 76 Seiten 4,60 Euro [telegraph bestellen?] Mit der Nummer 124 erscheint wieder eine neue, tolle Ausgabe des telegraph – und in der Politik, wen überrascht‘s, scheint alles wie gehabt. Die Billionen, die Europa und die USA in ihre Finanzkreisläufe...</summary>
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        <name>A.S.H.</name>
        
    </author>
            <category term="Kultur" />
    
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        <![CDATA[<p><img alt="Cover124_245.jpg" src="http://www.ostblog.de/Images/Cover124_245.jpg" width="245" height="378" /></p>

<p>76 Seiten 4,60 Euro <a href="http://telegraph.ostbuero.de/tinc?key=DyeNtIak">[telegraph bestellen?]</a></p>

<p>Mit der Nummer 124 erscheint wieder eine neue, tolle Ausgabe des telegraph – und in der Politik, wen überrascht‘s, scheint alles wie gehabt. Die Billionen, die Europa und die USA in ihre Finanzkreisläufe pumpen, haben immer noch keinen spürbaren Effekt. Immer mehr ächzen die Länder unter der Last der kapitalistischen Krise – ersaufen in Schulden. Staaten verschulden sich bei Banken um Banken zu retten. Riesenkredite, die Banken und ganze Länder am Leben halten, den Aufschwung ankurbeln sollen, sind im Prinzip irre Wetten auf erhoffte künftige Einnahmen. Alles ist verschuldet. Ein Kollaps des globalen Finanzsystems ist überreif.</p>

<p>In einigen Staaten bemüht man sich jetzt nicht mal mehr, den Schein bürgerlicher Demokratie zu wahren. Wenn’s nicht läuft wie erhofft, wird das durch Wahlen mehr oder weniger legitimierte politische Personal mal flott durch sogenannte Wirtschafts- und Finanzfachleute ersetzt. „Wer den Euro haben will, muss sich einem strengen Regime unterwerfen", schreibt die FAZ und fragt „Wie belastbar sind europäische Demokratien?". Die passende Antwort auf die Frage gibt’s gleich hintendran: „Souveränität endet da, wo die Solvenz endet“: Was ist, wenn auch die „Fachleute“ versagen oder gar der Souverän nicht mehr mitspielen will? Werden wir dann in Europa wieder Militärdiktaturen haben? Zerfällt ihr Euro-Europa in Arm- und Reich-Europa? Wer weiß das schon.</p>]]>
        <![CDATA[<p>Auch in Krisengewinnler-Deutschland weiß man noch nicht genau, was kommt, installiert aber vorsichtshalber einen Gesundbeter als Bundespräsidenten. Von der Mitte bis weit in das rechtsradikale deutsche Politspektrum ist man sich einig: „Wir sind Präsident!“ (Junge Freiheit vom 24.2.12).</p>

<p>Wir kennen Pfarrer Joachim Gauck aus unserer Revolutionsgeschichte und danach als Freund der Mächtigen. In den letzten zwanzig Jahren fiel er uns vor allem als jemand auf, der sich gern gegen linke Gesellschaftskritik in Stellung bringen lässt und der es offensichtlich liebt, das massenmörderische Dritte Reich mit der spießigen Erziehungsdiktatur der DDR gleichzusetzen.</p>

<p>Völlig wehrlos musste er erdulden, von den Mainstream-Medien zur Gallionsfigur ostdeutschen Freiheitskampfes gekürt zu werden. Derart aufgesockelt wurde er hinterrücks zum Lehrer in Sachen Demokratie (vor allem der noch etwas zurückgebliebenen Ostdeutschen) ernannt. Dann sah er sich mit dem Geschwister-Scholl-Preis versehen. Doch jetzt war der Zug abgefahren und seine Bescheidenheit verbot es ihm, gegen diese Ehrungen aufzubegehren. Zudem befand er sich in guter Gesellschaft: Jede Menge Bundesverdienstkreuze oder Nationalpreise wurden an etliche ehemalige DDR-„Bürgerrechtler“ ausgeteilt, zumeist mit ehrender Erwähnung ihrer Verdienste um die Wiedervereinigung. Den Schneid, derartige Zumutungen zurückzuweisen, besaßen nur Ingrid Köppe und Erika Drees, die nicht vergessen hatten, was sie damals wollten und wo wir heute leben. Joachim Gauck hingegen war angekommen. Endlich eins mit der Obrigkeit, verlautbarte er (vermutlich zum letzten Mal) einige „Verwirrung“ angesichts seiner Nominierung zum obersten Freiheits-Redner der Republik durch die ganz große Koalition. Unsere Überraschung hält sich dagegen in Grenzen.</p>

<p>Die massenhaft geäußerten Einwände gegen Gauck, er sei zu DDR-Zeiten alles andere als ein tätiger Oppositioneller gewesen, habe sich von den politisch alternativen Gruppen fern gehalten sowie seine Systemdistanz vornehm und nichtöffentlich im Schutzraum der Kirche kultiviert, interessieren uns weniger. Systemopposition war schließlich immer eine Sache von kämpferischen Minderheiten und niemandem soll vorgeworfen werden, sich in diesem System vorsichtig zurückgehalten zu haben. Sein Outing als „Bürgerrechtler“ kam im November 1989 doch gerade noch rechtzeitig. So konnte er als „Revolutionär der letzten Stunde“ kräftig mit Hand anlegen, die Herbstrevolution flugs zugunsten des Anschlusses der DDR an die BRD zu beenden. Schließlich hatte der Pfarrer hier das Votum eines leichtgläubigen Volkes und mächtige Verbündete in Westdeutschland auf seiner Seite – wenn auch nicht die Mehrheit der DDR-Opposition. Dafür kann er sich heute des Beifalls vieler „früheren DDR-Bürgerrechtler“ erfreuen, die wie er in Amt, Mandat und anderen auskömmlichen Diensten ihren Frieden mit den derzeitigen deutschen Verhältnissen gemacht haben.</p>

<p>Sollten Gauck und seine Freunde in der Kapitalismuskrise versagen, dann gibt es (nicht nur) in Deutschland, wie wir wissen, immer auch andere Optionen, den Laden zusammen zu halten.</p>

<p>Das mörderische, staatlich finanzierte Neo-Nazi-Netzwerk des NSU und anderer faschistischer Organisationen führte uns eine der möglicherweise drohenden Alternativen zur bürgerlichen Demokratie vor Augen. Vergessen wir nicht, Kapitalismus geht auch anders!</p>

<p>Egal wie es kommt, mit riesen Schuldenbergen im Rücken wird es sich in den nächsten Jahrzehnten gut behaupten lassen, das Geld wäre knapp, es reicht einfach nicht für alle, der Gürtel ist eng zu tragen. Und da man die Reichen bekanntlich nicht zur Kasse bittet, sind jetzt schon vielerorts die Kassen leer. Im Zuge der desolaten finanziellen Lage vieler Kommunen hat die Neiddebatte die westdeutschen Stammtische verlassen. Man hetzt jetzt schon mal offiziell aus westdeutschen Rathäusern gegen die angebliche Fettlebe im Osten und danach gesamtdeutsch gegen die faulen Griechen.</p>

<p>Ein Hinweis noch. Unter anderem ist ja der telegraph das letzte authentische Projekt der Umwelt-Bibliothek Berlin. Die Ostberliner Umwelt-Bibliothek wurde am 2. September 1986 gegründet. In den 12 Jahren ihres Bestehens war die libertäre „UB" legendärer Treffpunkt der linken DDR-Opposition, Bibliothek, Kneipe, Galerie, Archiv, subversiver Versammlungsort. Diese Internetseite will, 25 Jahre nach ihrer Gründung, aufklären und erinnern: <a href="http://www.Umwelt-Bibliothek.de">www.Umwelt-Bibliothek.de</a>. Schaut mal rein.</p>

<p>No pasarán!<br />
Eure telegraph-Redaktion</p>

<p><a href="http://www.ostblog.de/2012/05/inhalt_telegraph_124.php">[Zum Inhalt]</a></p>

<p>76 Seiten 4,60 Euro <a href="http://telegraph.ostbuero.de/tinc?key=DyeNtIak">[telegraph bestellen?]</a></p>]]>
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    <title>Die Casting-Show als Krisen-Phänomen?</title>
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    <published>2012-05-10T13:13:29Z</published>
    <updated>2012-05-10T13:29:51Z</updated>
    
    <summary>Tomasz Konicz hat Ernst Blochs Schrift »Erbschaft dieser Zeit« wiedergelesen und erkennt in den barbarischen Spektakeln der Marathontänze des frühen 20. Jahrhunderts die primitive Vorform der Casting- und Demütigungs-Shows von heute. &quot;Der Faschismus kam nicht aus heiterem Himmel über Deutschland....</summary>
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        <name>A.S.H.</name>
        
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            <category term="Kultur" />
    
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        <![CDATA[<p>Tomasz Konicz hat Ernst Blochs Schrift »Erbschaft dieser Zeit« wiedergelesen und erkennt in den barbarischen Spektakeln der Marathontänze des frühen 20. Jahrhunderts die primitive Vorform der Casting- und Demütigungs-Shows von heute. </p>

<p>"Der Faschismus kam nicht aus heiterem Himmel über Deutschland. Angefacht von der Weltwirtschaftskrise der frühen 30er Jahre, machten sich in der Weimarer Zeit lange vor der Machtergreifung der Nazis autoritäre und reaktionäre Anschauungen breit, die oftmals gänzlich »unpolitisch« wirkten, aber beim genaueren Hinsehen einen Ausblick in den Abgrund erlaubten, auf den das Land zusteuerte."</p>

<p>[Lesetipp] <a href="http://www.konicz.info/?p=2185">Tomasz Konicz: Treten und getreten werden</a></p>

<p></p>

<p><br />
</p>]]>
        
    </content>
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    <title>Zum Gedenken an Kajrat Batesov</title>
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    <published>2012-05-05T15:56:49Z</published>
    <updated>2012-05-05T18:56:49Z</updated>
    
    <summary> Rede des Verein Opferperspektive Brandenburg am 01.05.2012 in Wittstock Fast auf den Tag genau vor 10 Jahren wurde Kajrat Batesov, ein 24-jähriger Spätaussiedler und sein Freund Maxim vor einer Diskothek in Alt Dabern von einer Gruppe junger Männer brutal...</summary>
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            <category term="Politik" />
    
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        <![CDATA[<div style="width:520px;">
<b>Rede des Verein Opferperspektive Brandenburg am 01.05.2012 in Wittstock</b>

<p><img alt="kajrat" src="http://www.ostblog.de/kajrat.jpg" width="300" height="auto" align="left" hspace="10" vspace="10" /><br />
Fast auf den Tag genau vor 10 Jahren wurde Kajrat Batesov, ein 24-jähriger Spätaussiedler und sein Freund Maxim vor einer Diskothek in Alt Dabern von einer Gruppe junger Männer brutal niedergeschlagen. „Bleib endlich liegen du scheiß Russe“ rief einer der Angreifer. Als dann einer der Schläger einen 18 kg schweren Stein mit voller Wucht auf den bewusstlos am Boden liegenden Kajrat schleuderte, schauten viel zu jedoch niemand griff ein. Fast drei Wochen später, am 23. Mai 2002, starb er an seinen schweren inneren Verletzungen.<br />
 Kajrat war erst ein halbes Jahr zuvor aus Kasachstan nach Deutschland gekommen, als seine Träume, seine Hoffnungen, sein Leben zerschmettert wurden. Zurück blieben seine trauernde und verzweifelte Mutter, sein jüngerer Bruder und sein Sohn.</p>

<p>Die Brutalität dieses Verbrechens ist unbegreiflich! Doch Wittstock wollte sich bisher nicht mit den Hintergründen der Tat auseinandersetzen.<br />
</div></p>]]>
        <![CDATA[<div style="width: 520px;">
Denn die Täter gehörten nicht zur rechten Szene, entsprachen nicht unserem klischeehaften Bild von dumpfen Schläger. Sie waren weder Skinheads noch organisierte Neonazis. Es waren junge Männer aus der lokalen Technoszene, die mit den Rechten nur wenig zu tun hatten. Doch bei einem fand die Polizei auf dem Handy ein Hakenkreuz. Für die jungen Männer waren die  Spätaussiedler ganz selbstverständlich nur die „scheiß Russen“. Ihre Einstellung gegenüber angeblich „Fremden“ wurde vor 10 Jahren wohl als normal angesehen.

<p><img alt="01_Rede.jpg" src="http://www.ostblog.de/01_Rede.jpg" width="520" height="auto" /></p>

<p>Die Täter die für den Tod von Kajra verantwortlich waren, zeigten selbst im Gerichtsaal kein Zeichen der Reue. Nur einer entschuldigte sich. Für Kajrats Mutter war die Stimmung im Prozess fast unerträglich. Über die Angeklagten sagte sie: „Ich habe das Gefühl, dass ein Mensch, der nicht Ihre Sprache spricht, Ihnen nichts wert ist.“</p>

<p>Für die Menschen aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion war es damals tatsächlich nicht leicht in Wittstock. Viele berichteten uns, der Opferperspektive, von einer feindseligen Stimmung, Vorurteilen gegen „die Russen“. Dies zeigte sich in zornigen Blicken auf der Straße, gezischten Beschimpfungen beim Einkaufen, Angriffen. Selbst Kajrats Mutter wurde mitten am Tag in Wittstock nieder gestoßen.</p>

<p><img alt="02_Rede.jpg" src="http://www.ostblog.de/02_Rede.jpg" width="520" height="auto" /></p>

<p>So war wohl auch die Stimmung, an jenem Abend, in der Diskothek in Alt Dabern. Das Gericht sprach von einer „diffusen Fremdenfeindlichkeit“ als tatauslösendes Motiv.<br />
Die Stadt ignorierte die Probleme und Konflikte zwischen der alt eingesessenen Bevölkerung und den Zugezogenen so lange, bis ein Mensch sterben musste – zu lange.</p>

<p>Obwohl in den letzten 10 Jahren viel in Wittstock passiert ist, ein Haus der Begegnung entstand und ein Aktionsbündnis gegen Rechts gegründet wurde, gibt es bisher keinen Anlass zur Entwarnung.<br />
Die rechte Szene ist seit fast einem Jahr wieder deutlich sichtbar und für einen Teil, der in Wittstock lebenden Jugendlichen, auch spürbar! Spürbar weil Rechte wieder Zuschlagen, Zutreten und Bedrohen. Sie versuchen mit roher Gewalt vor allem alternativen Jugendlichen den öffentlichen Raum streitig zu machen und sie einzuschüchtern. Ziehen „Sieg heil“ brüllend  durch die Stadt. Viele, vor allem Erwachsene, nehmen diese Entwicklung nicht wahr oder schauen weg. Doch das Ignorieren und das Kleinreden macht die rechte Szene erst stark. Wir müssen hinschauen, nachfragen und den Betroffenen rechter Gewalt unsere Solidarität entgegen bringen.                          </p>

<p><img alt="03_Rede.jpg" src="http://www.ostblog.de/03_Rede.jpg" width="520" height="auto" /></p>

<p>Wir erinnern an Kajrat Batesov und an die vielen weiteren Opfer, die bei rechten, rassistischen und sozialdarwinistischen Angriffen getötet wurden!</p>

<p>Jeden Tag denkt Kajrats Mutter an den sinnlosen und grausamen Tod ihres Sohns, dies seit 10 Jahren! Diese Gedanken lassen sie einfach nicht los. Sie trauert, um seine zerschmetterten Träume und seine zerstörten Hoffnungen. Und wünscht sich, dass nie wieder eine Mutter solch einen Schmerz erleben muss.<br />
Die Hinterbliebenen erwarten nicht viel von Wittstock! Sie hoffen, nach zehn Jahren des Schweigens, auf ein würdiges Andenken für ihren getöteten Sohn, Bruder und Vater und sie hoffen, dass nie vergessen wird warum er sterben musste!<br />
</div></p>]]>
    </content>
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    <title>1. Mai – Nazifrei</title>
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    <id>tag:www.ostblog.de,2012://1.2948</id>
    
    <published>2012-05-04T16:45:03Z</published>
    <updated>2012-05-05T19:01:56Z</updated>
    
    <summary>Aufmarsch von Neonazis in Wittstock verhindert Open Air-Gottesdienst und Bierzelt-Seligkeit: Die Antwort der Stadt Wittstock auf den Nazisaufmarsch ist Bockwurst und Blasmusik. Am 1. Mai 2012 konnte in Wittstock/Dosse (Brandenburg) ein Naziaufmarsch der so genannten &quot;Freien Kräfte Neuruppin / Osthavelland&quot;...</summary>
    <author>
        <name>Bolk</name>
        
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            <category term="Politik" />
    
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        <![CDATA[<p><b>Aufmarsch von Neonazis in Wittstock verhindert</b></p>

<div style="width: 520px; height:auto; overflow: hidden;">
<div style="width: 250px; height:auto; float:right; margin: 0 0 10px 10px;">
	<a href="http://www.ostblog.de/01_Fest.jpg"><img alt="Open Air-Gottesdienst und Bierzelt-Seligkeit: Die Antwort der Stadt Wittstock auf den Nazisaufmarsch ist Bockwurst und Blasmusik." title="Open Air-Gottesdienst und Bierzelt-Seligkeit: Die Antwort der Stadt Wittstock auf den Nazisaufmarsch ist Bockwurst und Blasmusik." src="http://www.ostblog.de/01_Fest.jpg" width="250" height="auto" /></a>
	<div style="width: 250px; font-style: italic; font-size: 11px; color: #333; clear: both;">
		Open Air-Gottesdienst und Bierzelt-Seligkeit: Die Antwort der Stadt Wittstock auf den Nazisaufmarsch ist Bockwurst und Blasmusik.
	</div>
</div>
Am 1. Mai 2012 konnte in Wittstock/Dosse (Brandenburg) ein Naziaufmarsch der so genannten "Freien Kräfte Neuruppin / Osthavelland" verhindert werden. Etwa 150 Jugendliche errichteten eine Sitzblockade unweit des Bahnhofs an einem Bahnübergang. Durch die sofortige Anmeldung einer Spontankundgebung durch die Bundestagsabgeordneten der Linkspartei Kirsten Tackmann, konnte erreicht werden, dass die Polizei von Anfang an von einer Räumung absah. Gleichzeitig wurde durch Intervention der Linkspartei, eine Straßensperre, die sich in unmittelbarer Nähe der Sitzblockade/Kundgebung befand, von der Polizei geöffnet. So gelangten noch einmal etwa 100 Bürger der Stadt Wittstock direkt zur Blockade. Schon zuvor verhinderte eine andere Blockade sowie eine, von den Jusos angemeldete Kundgebung, dass die Nazis ihre ursprüngliche Route laufen konnten.
</div>
]]>
        <![CDATA[<div style="width: 520px; height:auto; overflow: hidden;">
<p>
<div style="width: 250px; height:auto; float:left; margin: 0 10px 10px 0;">
	<a href="http://www.ostblog.de/02_Fest.jpg"><img alt="Lebeswerte Region Lebenswerte Stadt - das ist das Maximum was die Regierung von Wittstock zu sagen hat"  title="Lebeswerte Region Lebenswerte Stadt - das ist das Maximum was die Regierung von Wittstock zu sagen hat" src="http://www.ostblog.de/02_Fest.jpg" width="250" height="auto" /></a>
	<div style="width: 250px; font-style: italic; font-size: 11px; color: #333;">
		Lebeswerte Region, Lebenswerte Stadt - das ist das Maximum was die Regierung von Wittstock zu sagen hat
	</div>
</div>
Damit durchkreuzten sie den Versuch der CDU und des Wittstocker Bürgermeisters, Sitzblockaden von vornherein zu verhindern. <a href="http://www.ostblog.de/#hopp">(<u>Der Ostblog berichtete bereits am 28.04.2012</u>).</a>  Die Polizei war bemüht, alle Durchgänge der Stadtmauer hermetisch abzusperren. Doch wie sich zeigte, gelang dies nicht vollständig. Mindestens den 150 Blockierern gelang es, den Einsperrversuchen von Stadt und Polizei zu entgehen. Sehr wahrscheinlich waren es noch mehr. Während sich große Teile der Bevölkerung, verschanzt hinter Stadtmauern und bewacht von der Stadtwache, bei belanglosen und inhaltsfreien Stadtfestivitäten, bei Bockwurst, Bier und Platzkonzert amüsierten, sammelten sich am Bahnhof die Nazis.
</p>
 
<p>
<div style="width: 250px; height:auto; float:right; margin: 0 0 10px 10px;">
	<a href="http://www.ostblog.de/03_Fest.jpg"><img alt="Und die CDU? Ihre Vorschläge für ein lebenswertes, vielfältiges Wittstock - Hört hört!"  title="Und die CDU? Ihre Vorschläge für ein lebenswertes, vielfältiges Wittstock - Hört hört!" src="http://www.ostblog.de/03_Fest.jpg" width="250" height="auto" /></a>
	<div style="width: 250px; font-style: italic; font-size: 11px; color: #333;">
		Und die CDU? Ihre Vorschläge für ein lebenswertes, vielfältiges Wittstock - Hört hört!
	</div>
</div>
Auf der Eröffnungsrede des Festes gab der Bürgermeister noch einmal unmissverständlich zu verstehen, dass nur jene Bürger von Wittstock gute Bürger seien, die beim Fest wären und sich nicht an Blockaden beteiligen.
</p> 

<p>
<div style="width: 250px; height:auto; float:left; margin: 0 10px 10px 0;">
	<a href="http://www.ostblog.de/Nazi1.jpg"><img alt="Gegen 12.30 Uhr setzt sich die Nazibrut in Bewegung"  title="Gegen 12.30 Uhr setzt sich die Nazibrut in Bewegung" src="http://www.ostblog.de/Nazi1.jpg" width="250" height="auto" /></a>
	<div style="width: 250px; font-style: italic; font-size: 11px; color: #333;">
		Gegen 12.30 Uhr setzt sich die Nazibrut in Bewegung
	</div>
</div>
Und so war es nicht verwunderlich, dass die einzige politische Rede nicht auf dem Stadtfest, sondern am Gedenkstein für die Opfer des Faschismus gehalten wurde.  Die Wittstocker Kirchen organisierten hier, zusammen mit dem Aktionsbündnis Wittstock eine Gedenkandacht für die Opfer rechter Gewalt, so genanntes stilles Gedenken an Kajrat Batesov, der von rassistischen Jugendlichen am 4. Mai 2002 in Wittstock erschlagen wurde. <a href="http://www.ostblog.de/2012/05/zum_gedenken_an_kajrat_batesto.php"><u>Die Brandenburger Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt, Opferperspektive, erinnerte in einer Rede an den vor 10 Jahren erschlagenen Kajrat Batestov.</u></a> Jugendliche aus der Techno-Szene hatten ihn aus rassistischen Motiven erschlagen.
</p>

<p>
<div style="width: 250px; height:auto; float:right; margin: 0 0 10px 10p;">
	<a href="http://www.ostblog.de/Nazi2.jpg"><img alt="Hamburger Nazis der Weiße Wölfe Terrorcrew mit einer eindeutigen Botschaft auf dem Transparent: Neben einem maskierten Mann mit Knarre steht: 'Die Schonzeit ist vorbei, Nationaler Sozialismus durchsetzen, mit allen Mtteln … Auf allen Ebenen'"  title="Hamburger Nazis der Weiße Wölfe Terrorcrew mit einer eindeutigen Botschaft auf dem Transparent: Neben einem maskierten Mann mit Knarre steht: 'Die Schonzeit ist vorbei, Nationaler Sozialismus durchsetzen, mit allen Mtteln … Auf allen Ebenen'g" src="http://www.ostblog.de/Nazi2.jpg" width="250" height="auto" /></a>
	<div style="width: 250px; font-style: italic; font-size: 11px; color: #333;">
		Hamburger Nazis der Weiße Wölfe Terrorcrew mit einer eindeutigen Botschaft auf dem Transparent: Neben einem maskierten Mann mit Knarre steht: 'Die Schonzeit ist vorbei, Nationaler Sozialismus durchsetzen, mit allen Mtteln … Auf allen Ebenen.'
	</div>
</div>
Gegen ca. 12.30 Uhr setzen sich ca. 180 bis 200 Nazis in Bewegung. Eigentlich sollte es in das Wittstocker Neubaugebiet gehen, doch die Nazis kamen gerade mal 200 Meter weit. Nach etwa einer Stunde löste der Versammlungsanmelder die Veranstaltung auf und die Nazis  mussten die gleichen  200 Meter wieder zurück zum Bahnhof. Die ohnehin schlechte Laune der Nazis verschlechterte sich Zusehens und es sah zwischenzeitlich auch so aus, als würden sie einen Durchbruch wagen. Eine weiter eilig herbei geführte Polizeieinheit machte klar, dass sie das nicht zulassen werden. 
</p>

<p>
<div style="width: 250px; height:auto; float:left; margin: 0 10px 10px 0;">
	<a href="http://www.ostblog.de/Nazi3.jpg"><img alt="Nazis aus Niedersachsen waren auch dabei."  title="Nazis aus Niedersachsen waren auch dabei." src="http://www.ostblog.de/Nazi3.jpg" width="250" height="auto" /></a>
	<div style="width: 250px; font-style: italic; font-size: 11px; color: #333;">
		Nazis aus Niedersachsen waren auch dabei.
	</div>
</div>
Danach gab es einige Unstimmigkeiten bei den Nazis, was sie tun sollen. Letztendlich stieg der größte Teil in den Regionalzug in Richtung Neuruppin-Berlin.
</p>

<p>
Schnell wurde klar, dass Ihr Ziel das nahegelegene Neuruppin sein würde. Nach Einschätzung der Bewohner des linken Jugendzentrums MittenDrin in Neuruppin, ergab sich daraus für sie ein erhebliches Gefahrenpotential. Deshalb baten sie die örtliche Polizei telefonisch um Schutz. Der Beamte am Telefon soll dies auch zugesichert haben .
</p>

<p>
<div style="width: 250px; height:auto; float:right; 0 0 10px 10p;">
	<a href="http://www.ostblog.de/Block0.jpg"><img alt="Eine Blockade setzt dem Nazispuk schon nach 200 Metern ein Ende"  title="Eine Blockade setzt dem Nazispuk schon nach 200 Metern ein Ende" src="http://www.ostblog.de/Block0.jpg" width="250" height="auto" /></a>
	<div style="width: 250px; font-style: italic; font-size: 11px; color: #333;">
		Eine Blockade setzt dem Nazispuk schon nach 200 Metern ein Ende
	</div>
</div>
Als die Nazis dann tatsächlich am Bahnhof Rheinsberger Tor ausstiegen,
wurden sie von einer Hundertschaft der Polizei in Empfang genommen. Nach
kurzer Zeit gelang es den Nazis jedoch, sich von der Polizei abzusetzen und das MittenDrin mit Flaschen und Steinen anzugreifen. Trotz wiederholten Anrufen bei der Neuruppiner Polizeistelle, leistete diese tatsächlich keinen Polizeischutz.
</p>

<p>
<div style="width: 250px; height:auto; float:left; margin: 0 10px 10px 0;">
	<a href="http://www.ostblog.de/Block1.jpg"><img alt="Antifaschistische Blockadepoliik! Ab jetzt auch in Wittstock"  title="Antifaschistische Blockadepoliik! Ab jetzt auch in Wittstock" src="http://www.ostblog.de/Block1.jpg" width="250" height="auto" /></a>
	<div style="width: 250px; font-style: italic; font-size: 11px; color: #333;">
		Antifaschistische Blockadepoliik! Ab jetzt auch in Wittstock
	</div>
</div>
So waren die Bewohner im MittenDrin von der Polizei im Stich gelassen, auf  sich selbst gestellt und gezwungen, die Nazis allein zu vertreiben. Durch den Angriff der Nazis wurden mehrere Autos vor dem MittenDrin beschädigt, das Gebäude selbst blieb weitgehend verschont. Glücklicherweise wurden weder Personen verletzt, noch Scheiben getroffen.
</p>

<p>
<div style="width: 250px; height:auto; float:right;  0 0 10px 10p;">
	<a href="http://www.ostblog.de/Block2.jpg"><img alt="Etwa 100 Bürger unterstützen die Blockade aktiv. Die Aktionsgruppe Lebenslaute sorgt dabei für den guten Ton."  title="Etwa 100 Bürger unterstützen die Blockade aktiv. Die Aktionsgruppe Lebenslaute sorgt dabei für den guten Ton." src="http://www.ostblog.de/Block2.jpg" width="250" height="auto" /></a>
	<div style="width: 250px; font-style: italic; font-size: 11px; color: #333;">
		Etwa 100 Bürger unterstützen die Blockade aktiv. Die Aktionsgruppe Lebenslaute sorgt dabei für den guten Ton.
	</div>
</div>
Somit beweist Wittstock ein weiteres Mal die Wirksamkeit der schon in vielen anderen Städten erfolgreichen Blockadepolitik gegen die Nazis. 
</p>

<p>
<div style="width: 250px; height:auto; float:left; margin: 0 10px 10px 0;">
	<a href="http://www.ostblog.de/Nazi3.jpg"><img alt="Es hilft nichts. Die Nazis müssen die gleichen, armseligen 200 Meter wieder zurück."  title="Es hilft nichts. Die Nazis müssen die gleichen, armseligen 200 Meter wieder zurück." src="http://www.ostblog.de/Nazi4.jpg" width="250" height="auto" /></a>
	<div style="width: 250px; font-style: italic; font-size: 11px; color: #333;">
		Es hilft nichts. Die Nazis müssen die gleichen armseligen 200 Meter wieder zurück.
	</div>
</div>
Die nächste Möglichkeit, sich aktiv an einer antifaschistischen Blockade zu beteiligen, bietet der 12. Mai. An diesem Tag planen die Nazis einen Aufmarsch in Cottbus. 
</p>

<p>
<a href="http://www.inforiot.de/artikel/auf-nach-cottbus-gemeinsam-naziaufmarsch-am-12-mai-2012-verhindern" target="_blank"><u>Gegenaktionen werden bereits intensiv vorbereitet.</u>
</a></p>

<p>
<div style="width: 520px; height:auto;  margin: 20px 0 10px 0;">
	<a href="http://inforiot.de/files/Naziangriff.jpeg"><img alt="Neonazis überfallen das linke Jugendzeentrum MittenDrin in Neuruppin, können aber zurück geschlagen werden."  title="Neonazis überfallen das linke Jugendzeentrum MittenDrin in Neuruppin, können aber zurück geschlagen werden." src="http://inforiot.de/files/Naziangriff.jpeg" width="520" height="auto" /></a>
	<div style="width: 520px; font-style: italic; font-size: 11px; color: #333;">
		Neonazis überfallen das linke Jugendzeentrum MittenDrin in Neuruppin, können aber zurück geschlagen werden. Quelle: www.inforiot.de
	</div>	
</div>
</p>

</div>]]>
    </content>
</entry>
<entry>
    <title>8. Mai 1945 - Tag der Befreiung</title>
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    <published>2012-04-30T15:56:01Z</published>
    <updated>2012-04-30T16:21:40Z</updated>
    
    <summary> Unter dem Motto: Wer nicht feiert, hat verloren! lädt die Ostberliner Zeitschrift telegraph zu einem Haus- und Hoffest am Tag der Befreiung ein. In diesem Jahr wird es ein interessantes Programm, mit internationalen ZeitzeugInnen, Live-Musik, DJs, Grill, Getränken geben....</summary>
    <author>
        <name>Bolk</name>
        
    </author>
            <category term="Politik" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ostblog.de/">
        <![CDATA[<p><a href="http://www.ostblog.de/8.Mai2012-Festflyer-web.jpg"><img alt="8.Mai2012-Festflyer-web.jpg" src="http://www.ostblog.de/8.Mai2012-Festflyer-web.jpg" width="150" height="auto" style="margin: 0 10px 5px 0; float:left;" /></a></p>

<p>Unter dem Motto: <b>Wer nicht feiert, hat verloren!</b> lädt die Ostberliner Zeitschrift telegraph zu einem Haus- und Hoffest am Tag der Befreiung ein.</p>

<p>In diesem Jahr wird es ein interessantes Programm, mit internationalen ZeitzeugInnen, Live-Musik, DJs, Grill, Getränken geben.</p>

<p><b>Di, 8. Mai 2012, ab 17 Uhr<br />
Haus der Demokratie und Menschenrechte<br />
Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin</b></p>

<p>Zu erreichen ist das Haus der Demokratieund Menschenrechte - z. B. vom S-, U- und Regionalbahnhof Alexanderplatz aus - mit der Tramlinie M4 sowie den Buslinien 142 und 200. Haltestelle ist jeweils "Am Friedrichshain"</p>

<p><b>Den Festflyer</b><br />
<a href="http://www.ostblog.de/8.Mai2012-Festflyer-web.jpg">als JPG ansehen</a><br />
<a href="http://www.ostblog.de/8.Mai2012-Festflyer-web.pdf">als PDF downloaden</a><br />
<br><br></p>]]>
        
    </content>
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    <title>1. Mai 2012 - Naziaufmarsch in Wittstock!</title>
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    <id>tag:www.ostblog.de,2012://1.2946</id>
    
    <published>2012-04-28T13:59:47Z</published>
    <updated>2012-05-04T21:21:12Z</updated>
    
    <summary> Quelle: indymedia.org Erstmals seit 2004 wird es in Wittstock/Dosse wieder eine Aufmarsch von Neonazis in der Brandenburgischen Stadt im Landkreis Ostpriegnitz-Ruppin geben. Sogenannten „Freie Kräfte Neuruppin / Osthavelland“ rufen für den 1. Mai 2012 zu einem Aufmarsch unter dem...</summary>
    <author>
        <name>Bolk</name>
        
    </author>
            <category term="Politik" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ostblog.de/">
        <![CDATA[<div style="width:250px; height:auto; margin: 5px 10px 5px 0; float:left;">
<img src="http://media.de.indymedia.org/images/2012/04/328790.jpg" style="width:250px;" /><br />
Quelle: <a href="http://de.indymedia.org/2012/04/328789.shtml">indymedia.org</a>
</div>
Erstmals seit 2004 wird es in Wittstock/Dosse wieder eine  Aufmarsch von Neonazis in der Brandenburgischen Stadt im Landkreis Ostpriegnitz-Ruppin geben.  Sogenannten „Freie Kräfte Neuruppin / Osthavelland“ rufen für den 1. Mai 2012 zu einem Aufmarsch unter dem Motto „Gegen Ausbeutung und Abwanderung – für eine familienorientierte Zukunft“ auf. 

<p>Doch dagegen hat sich, wie schon zuvor in vielen anderen Brandenburger Städten, Widerstand angekündigt. Unter dem Motto:“Es klatscht - aber kein Beifall“ ruft die regionale Antifa zu Blockaden und dezentralen Aktionen auf.  Ihr Treffpunkt ist 11 Uhr, Bhf Wittstock.</p>

<p>In Ihrem Aufruf heißt es,  das Wittstock „… ohne Zweifel als National befreite Zone bezeichnet werden…“ kann. Aus Ermanglung von Migranten jagen die örtlichen Neonazis bevorzugt Mitglieder  der örtlichen Linkspartei und der verschiedene Subkulturen. </p>

<p>Am 1.Mai möchte die Antifa aber nicht nur den Aufmarsch verhindern, sondern den lokalen Nazis eine Dämpfer verpassen. Damit möchte sie ein Zeichen der Solidarität „… mit den wenigen nicht-rechten Jugendlichen, die deren Hegemonialansprüchen weichen müssen…“ setzen.</p>

<p>Während dessen setzt die Wittstocker Bürgerschaft, voran der Bürgermeister und die politischen Parteien, auf ein Stadtfest, unter dem Motto: „Lebenswerte Region – Lebenswerte Stadt“. </p>

<p>In der Märkischen Allgemeinen Zeitung geht Jan Redmann, CDU-Kreisvorsitzender und Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Wittstocker Stadtverordnetenversammlung, auf Distanz zum Aufruf der Antifa: „… das Ziel der Rechtsextremisten ist vor allem, mediale Aufmerksamkeit für ihre menschenfeindlichen Ansichten zu erreichen. Die Blockade einer rechtmäßig angemeldeten Demonstration würde jedoch erst jene Aufmerksamkeit erzeugen, die sich die Radikalen wünschen. Wir sollten ihnen diesen Gefallen nicht tun und stattdessen aktiv für Demokratie und Toleranz werben …“.</p>

<p>Keine guten Vorzeichen für die Planungen der Antifa und eine Steilvorlage der Politik an die Polizei, eine mögliche Blockade mit Gewalt zu verhindern.</p>]]>
        
    </content>
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    <title>Nach 20 Jahren – Berlin bekommt eine  Silvio-Meier-Straße</title>
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    <id>tag:www.ostblog.de,2012://1.2943</id>
    
    <published>2012-04-27T16:27:02Z</published>
    <updated>2012-04-27T16:54:38Z</updated>
    
    <summary> Foto: indymedia Nun ist es soweit. Nach jahrelanger Debatte bekommt Berlin offensichtlich eine Silvio-Meier-Straße. Wir kannten Silvio aus der linken DDR-Opposition, aus der Ostberliner Hausbesetzerbewegung und als Antifaschisten. Silvio wurde im November 1992 von Nazis ermordet. Jedes Jahr im...</summary>
    <author>
        <name>A.S.H.</name>
        
    </author>
            <category term="Politik" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ostblog.de/">
        <![CDATA[<p><img alt="silviomeierstrasse.jpg" src="http://www.ostblog.de/Images/silviomeierstrasse.jpg" width="500" height="335" /><br />
Foto: <a href="http://de.indymedia.org/2009/11/266233.shtml">indymedia</a></p>

<p>Nun ist es soweit. Nach jahrelanger Debatte bekommt Berlin offensichtlich eine Silvio-Meier-Straße.</p>

<p>Wir kannten Silvio aus der linken DDR-Opposition, aus der Ostberliner Hausbesetzerbewegung und als Antifaschisten. Silvio wurde im November 1992 von Nazis ermordet.</p>

<p> Jedes Jahr im November gibt es anlässlich seines Todestages eine Demonstration und seit Jahre verschiedene Initiativen für eine Berliner Silvio-Meier-Straße. Nachdem sich im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg die Fraktionen von Linken, SPD, Grünen und Piraten in der Bezirksverordnetenversammlung darauf geeinigt haben, das Ergebnis einer abschließenden Abstimmung einer Bürgerversammlung als verbindliche Empfehlung in die Bezirksverordnetenversammlung zu tragen, steht es jetzt wohl fest: Berlin bekommt eine Silvio-Meier-Straße. Die Bürgerversammlung stimmte gestern mehrheitlich für die Umbenennung der Gabelsberger Straße in Berlin Friedrichshain in Silvio-Meier-Straße.</p>

<p>Nur die CDU ist dagegen.  Der Berliner CDU-Abgeordnete Kurt Wansner hat sich in der salonfaschistischen Postille JUNGE FREIHEIT gegen die Umbenennung einer Straße im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nach einem „erstochenem Punker“ ausgesprochen. „Ich glaube, der Bezirk hat sich nicht ausreichend mit der Vergangenheit dieses Mannes beschäftigt“, sagte Wansner der JUNGEN FREIHEIT. „Sonst hätte man nämlich gemerkt, daß Silvio Meier kein würdiger Namensgeber für eine öffentliche Straße sein kann.“</p>

<p>Wansner kündigte  in der JUNGEN FREIHEIT an er werde „wie in den vergangenen Jahren auch an diesem 1. Mai wieder mit Flugblättern und einem Stand in Kreuzberg über Linksextremismus aufklären“.  „Friedrichshain-Kreuzberg leidet vehement unter linker Gewalt".</p>

<p>Vielleicht eine gute Gelegenheit Kurt Wansner mal über Silvio Meier aufzuklären?</p>

<p><img alt="silvio.jpg" src="http://www.ostblog.de/Images/silvio.jpg" width="320" height="320" /></p>

<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Silvio_Meier">http://de.wikipedia.org/wiki/Silvio_Meier</a><br />
<a href="http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/silvio_meier_2007.html">http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/silvio_meier_2007.html</a><br />
<a href="http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2002/11/21/a0207">http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2002/11/21/a0207</a><br />
<a href="http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M5af01737411.0.html">http://www.jungefreiheit.de/..</a></p>]]>
        
    </content>
</entry>
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    <title>Eine Woche mit Michelle Williams</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.ostblog.de/2012/04/eine_woche_mit_michelle_willia_1.php" />
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    <id>tag:www.ostblog.de,2012://1.2945</id>
    
    <published>2012-04-27T15:39:44Z</published>
    <updated>2012-04-27T16:44:02Z</updated>
    
    <summary>“Meine Woche mit Marilyn”, Regie: Simon Curtis Von Angelika Nguyen Lang ist die Exposition in dem Film. Denn um Marilyn Monroe geht es zunächst gar nicht, sondern um einen Jungen, der dem Wohlstand und der Wärme seines Elternhauses entflieht in...</summary>
    <author>
        <name>A.S.H.</name>
        
    </author>
            <category term="Kultur" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ostblog.de/">
        <![CDATA[<p><strong>“Meine Woche mit Marilyn”, Regie: Simon Curtis</strong></p>

<p>Von Angelika Nguyen</p>

<p>Lang ist die Exposition in dem Film. Denn um Marilyn Monroe geht es zunächst gar nicht, sondern um einen Jungen, der dem Wohlstand und der Wärme seines Elternhauses entflieht in die unsichere Welt des Filmbusiness. In flotten Sequenzen erfahren wir, wie der 23jährige Colin Clark ans Filmset von „Der Prinz und die Tänzerin“ geriet, wo Laurence Olivier, der damalige Gott des englischen Shakespeare-Theaters, mit Marilyn Monroe, der damaligen Göttin des Hollywood-Films, zusammen drehte. Viele Male wird der Name der Göttin erwähnt, bevor sie selber auftaucht. Die Spannung steigt und die Vorbereitungen für die Ankunft trifft Colin Clark. </p>]]>
        <![CDATA[<p>Verblüffend ist dann die Illusion, als Michelle Williams als Marilyn und Dougray Scott als Arthur Miller auf der Gangway am Flughaften erscheinen. Es ist die perfekte Inszenierung alter Fotos, Marylin in engem Kleid und hellem Mantel, mit der klassischen Sonnenbrille der Fünfziger, Scotts helle Augen durch die Hornbrille. </p>

<p>In der Rolle des Regieassistenten und damit des Mädchens für alles hat Clark den idealen Beobachterposten. Als die bekannten Stereotypen des Filmstars wie Unpünktlichkeit, Tablettenkonsum, Melancholie und Depressionen zu Krisen der Filmproduktion werden und Laurence Olivier – selber Diva – Wutanfälle kriegt, kommt der Junge der Frau näher. Mehr im Kopf als mit dem Körper, mehr im Schweben als im Laken, im Traum eher als in der Realität. Die Woche im Titel umreißt die Kurzlebigkeit und meint die Geschichte einer grandiosen Verzauberung und des ersten großen Schmerzes anschließender Desillusionierung.</p>

<p>Das Besondere ist die Erzählperspektive. </p>

<p>Der Blickwinkel des unschuldigen Jungen bestimmt Bildausschnitt und Deutung des Phänomens Marilyn Monroe. Also weniger ein Biopic über Marilyn Monroe als eine Coming Of Age-Geschichte, das Reifen eines Jungen an der Begegnung mit einer hinreißenden Frau, die sich einmal ihm gegenüber als „alte Lady“ bezeichnet, bei sieben Jahren Unterschied. </p>

<p>Michelle Williams als Marylin ist überraschend, voller eigener Ideen. Sie geht durchaus nicht auf in ihrer berühmten Figur, sie bringt sich selber mit. Williams‘ Präsenz so stark, dass wir Marilyn auch mal vergessen können. Die anderen berühmten Schauspieler, Kenneth Branagh oder Dame Judi Dench haben gegen das Feuerwerk von Williams keine Chance, supporten da irgendwo am Rand. Nur der junge Eddie Redmayne als Colin Clark darf als Gegenpol der Umworbenen mitleuchten. Ein Höhepunkt des Films - Marilyns Tanz in Oliviers Film - ist in Wahrheit der Hüftschwung von Michelle Williams. Die Wahrnehmung von Michelle Williams Darstellung ist das große Erlebnis dieses Films. </p>

<p>Ihr ganzes öffentliches Leben lang, erst recht nach ihrem frühen Tod 1962, bot die bis heute erstaunliche Marylin Monroe ein weites Feld für Deutungen, der Dramatiker Arthur Miller, ihr Ex-Ehemann, nannte sie das “traurigste Mädchen”, das er kannte, für viele in den Hollywoodstudios und im Publikum war sie die naive oder wahlweise auch raffinierte Sexbombe,  Colin Clarks Bericht „Meine Woche mit Marylin“ ist beides: Erinnerung und Deutung. Die Verfilmung ist eine vitale Hommage, lichtdurchflutet und voller Freude an Details. Wie es wirklich war: wer will das schon wissen.<br />
</p>]]>
    </content>
</entry>
<entry>
    <title>Sendezeitbeschneidung und Abschaltung freier Radios in Berlin und Potsdam</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.ostblog.de/2012/04/sendezeitbeschneidung_und_absc.php" />
    <link rel="service.edit" type="application/atom+xml" href="http://www.ostblog.de/cgi-bin/mt/mt-atom.cgi/weblog/blog_id=1/entry_id=2942" title="Sendezeitbeschneidung und Abschaltung freier Radios in Berlin und Potsdam" />
    <id>tag:www.ostblog.de,2012://1.2942</id>
    
    <published>2012-04-26T10:20:39Z</published>
    <updated>2012-04-26T11:53:09Z</updated>
    
    <summary>Von Jenz Steiner [Audio] Wer in Berlin und Brandenburg Radio machen darf und wer nicht, entscheidet die MABB. die Medienanstalt Berlin Brandenburg. Diese Anstalt hat vor zwei Jahren etwas für ihre Verhältnisse Revolutionäres geschaffen. Jetzt wird wieder zurückgerudert. Unter dem...</summary>
    <author>
        <name>A.S.H.</name>
        
    </author>
            <category term="Kultur" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ostblog.de/">
        <![CDATA[<p>Von Jenz Steiner</p>

<p>[<a href="http://reifenwechsler.podspot.de/files/Jenz+Steiner+-+88vier+Neuvergabe+Kommentar.mp3">Audio</a>]</p>

<p>Wer in Berlin und Brandenburg Radio machen darf und wer nicht, entscheidet die MABB.<br />
die Medienanstalt Berlin Brandenburg. Diese Anstalt hat vor zwei Jahren etwas für ihre Verhältnisse Revolutionäres geschaffen.<br />
Jetzt wird wieder zurückgerudert. Unter dem Titel 88vier – kreatives Radio für Berlin hat sie 2010 ein Schaltprogramm geschaffen, in dem neben dem offenen Kanal Alex auch Platz ist für die Initiativen, die sich mitunter schon seit Jahrzehnten für ein freies Radio in Berlin einsetzen.<br />
Das war höchste Zeit und hat Hoffnung gemacht – vor zwei Jahren.</p>

<p>Nun scheint die MABB die Geister, die sie rief , langsam wieder loswerden zu wollen.<br />
Die Entscheidung fiel Mitte April. Ab 23. Mai heißt das konkret:<br />
Abschaltung des Potsdamer Freien Radios Frrapo mit seinen 25 Redaktionen nach nur einem Jahr Sendebetrieb. Und massive Sendezeitbeschneidungen bei Piradio, Twen.FM, Colaboradio, Reboot.FM, Multicult.fm und Studio Ansage.</p>

<p>Nutznießer sind der Musiksender Byte.FM und der MABB-hauseigene Offene Kanal Alex. Dessen Sendezeit über Antenne wurde um elf Stunden aufgestockt.</p>

<p>Das gilt jetzt für zwei Jahre. Basta. Keine Diskussionen.</p>]]>
        <![CDATA[<p>Die Entscheidung torpediert nicht nur die Macherinnen und Macher freier Radioinitiativen, sie diskreditiert auch ihre bisherige Arbeit und ihr Engagement für eine Vielfalt im Berliner Äther, die den kulturellen Facettenreichtum Berlins widerspiegelt. Stattdessen scheint es, als könne die MABB nicht loslassen von erstarrten und überholten Konzepten wie dem offenen Kanal. Die, die im Medienrat der MABB sitzen und solche Entscheidungen treffen, sind alles gestandene Profis in Sachen Mainstream-Medien, Verlagswesen, Jura und Politik-Beratung. Abgesehen vom Netzexperten Markus Beckedahl ist jedoch keiner Experte, Verfechter oder Versteher von Freien Radios.</p>

<p>Neues, innovatives und zeitgemäßes Radio kann nur da entstehen, wo man mehr Raum für Entwicklungsmöglichkeiten schafft. Durch Sendezeitbeschneidungen und Abschaltung derer, die Engagement zeigen, erreicht man genau das Gegenteil. Natürlich ist es eine gewisse Bereicherung, dass der Hamburger Musiksender Byte.FM nun auch ein Berlin-Programm starten kann. Doch das jugendliche Musikradio unterscheidet sich ganz massiv von den anderen Berliner Freien Radioinitiativen. Die distanzieren sich ganz klar von einer kommerziellen Nutzung. Byte.FM hingegen ist nicht nur offen für Kooperationen mit Werbepartnern.<br />
Es wirbt auch mit seiner internet- und kultur-affinen Hörerschaft. Die Hörer sind die Ware.<br />
Für freie Radios – ein absolutes No no.</p>

<p>Byte.Fm hat eine Daseinsberechtigung und durchaus einen Platz im Berliner Äther verdient, sollte sich aber an derselben Schlange anstellen wie Flux.FM oder Jazzradio.</p>

<p>Der offene Kanal Alex ist in einer privilegierten Position. Neben den aktuell 45 und ab Mai 56 Stunden auf Antenne, kann er parallel noch Sendeplätze im eigenen Webstream bereitstellen. Ja, auch der Offene Kanal hat seine Berechtigung und seine Anhänger. Doch solange die MABB keine extra Frequenz für Berliner und Brandenburger Freie Kulturradios zur Verfügung stellt, haben diese weiter das Nachsehen und keine ernsthafte Chance, den Berliner Äther mit ihrem ganzen Potential zu bereichern.</p>

<p>Mehr Informationen hier:<br />
<a href="http://piradio.de/news/2012-04-20-mabb-ergebnisse-ausschreibung-88vier-2012">http://piradio.de/news/2012-04-20-mabb-ergebnisse-ausschreibung-88vier-2012</a></p>]]>
    </content>
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    <title>The Shitler</title>
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    <link rel="service.edit" type="application/atom+xml" href="http://www.ostblog.de/cgi-bin/mt/mt-atom.cgi/weblog/blog_id=1/entry_id=2941" title="The Shitler" />
    <id>tag:www.ostblog.de,2012://1.2941</id>
    
    <published>2012-04-20T12:28:59Z</published>
    <updated>2012-04-20T14:24:57Z</updated>
    
    <summary>DrawTheShitler - das Toilettenpapier zum selber vervollständigen: http://drawtheshitler.com/...</summary>
    <author>
        <name>A.S.H.</name>
        
    </author>
            <category term="Kultur" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ostblog.de/">
        <![CDATA[<p>DrawTheShitler - das Toilettenpapier zum selber vervollständigen:</p>

<p><img alt="Drah-The-Shitler-Klopapier.jpg" src="http://www.ostblog.de/Images/Drah-The-Shitler-Klopapier.jpg" width="500" height="500" /></p>

<p><a href="http://drawtheshitler.com/page/">http://drawtheshitler.com/</a></p>]]>
        
    </content>
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    <title>Stasi 3.0</title>
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    <published>2012-04-18T16:34:39Z</published>
    <updated>2012-04-18T20:42:34Z</updated>
    
    <summary>Hier ein interessanter Radiobeitrag im Deutschlandradio Kultur zum Thema Privatisierung staatlicher Sicherheit. Wie in den meisten Fällen von Outsourcing staatlicher Aufgaben, etwa in den Bereichen Militär oder Strafvollzug, hat das auch hier den Wegfall der letzten Rudimente demokratischer Kontrolle zur...</summary>
    <author>
        <name>A.S.H.</name>
        
    </author>
            <category term="Technik" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ostblog.de/">
        <![CDATA[<p>Hier ein interessanter Radiobeitrag im Deutschlandradio Kultur zum Thema Privatisierung staatlicher Sicherheit. Wie in den meisten Fällen von Outsourcing staatlicher Aufgaben, etwa in den Bereichen Militär oder Strafvollzug, hat das auch hier den Wegfall der letzten Rudimente demokratischer Kontrolle zur Folge.</p>

<p><strong>Das Outsourcing der Geheimdienste</strong><br />
WENN SICH SICHERHEITSBEHÖRDEN UND PRIVATWIRTSCHAFT VERSTRICKEN<br />
<em><br />
Internet-Startups und Geheimdienste haben nicht viel gemein – sollte man denken. Tatsächlich kaufen sich US-Geheimdienste bei Neugründungen in der Tech-Branche systematisch ein. Meike Laaff hat recherchiert, wie verstrickt staatliche Sicherheit und private Wirtschaft schon sind. So investiert die CIA über den Risikokapital-Geber In-Q-Tel in innovative Start-Ups. Geld floss auch an die Firma Keyhole, die das entwickelt hat, was wir heute unter dem Namen “Google Earth” kennen.</em><br />
<a href="http://breitband.dradio.de/das-outsourcing-der-geheimdienste/"><br />
http://breitband.dradio.de/das-outsourcing-der-geheimdienste/</a></p>

<p>Siehe auch: <br />
<a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,827686,00.html#spRedirectedFrom=www">Google-Gründer sieht Netz-Freiheit in Gefahr</a><br />
<a href="http://www.guardian.co.uk/technology/series/battle-for-the-internet">Battle for the Internet</a><br />
</p>]]>
        
    </content>
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    <title>Die Strukturen in den Häusern waren viel wichtiger, als das Haus an sich.</title>
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    <link rel="service.edit" type="application/atom+xml" href="http://www.ostblog.de/cgi-bin/mt/mt-atom.cgi/weblog/blog_id=1/entry_id=2937" title="Die Strukturen in den Häusern waren viel wichtiger, als das Haus an sich." />
    <id>tag:www.ostblog.de,2012://1.2937</id>
    
    <published>2012-04-04T20:06:48Z</published>
    <updated>2012-04-07T12:39:42Z</updated>
    
    <summary> #prevLink, #nextLink{ width: 49%; height: 100%; background-image: url(data:http://www.ostblog.de/gif;base64,AAAA); /* Trick IE into showing hover */ display: block; } #prevLink { left: 0; float: left; background: url(http://www.ostblog.de/prev.gif) left 50% no-repeat;} #nextLink { right: 0; float: right; background: url(http://www.ostblog.de/next.gif) right 50%...</summary>
    <author>
        <name>Bolk</name>
        
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            <category term="Politik" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ostblog.de/">
        <![CDATA[<p><link href="http://www.schaeferei-hullerbusch.de/css/lightbox.css" rel="stylesheet" type="text/css" media="screen" /><br />
<script type="text/javascript" src="http://www.schaeferei-hullerbusch.de/js/prototype.js"></script><br />
<script type="text/javascript" src="http://www.schaeferei-hullerbusch.de/js/scriptaculous.js?load=effects,builder"></script><br />
<script type="text/javascript" src="http://www.schaeferei-hullerbusch.de/js/lightbox.js"></script></p>

<p><style type="text/css"><br />
#prevLink, #nextLink{ width: 49%; height: 100%; background-image: url(data:http://www.ostblog.de/gif;base64,AAAA); /* Trick IE into showing hover */ display: block; }<br />
#prevLink { left: 0; float: left; background: url(http://www.ostblog.de/prev.gif) left 50% no-repeat;}<br />
#nextLink { right: 0; float: right; background: url(http://www.ostblog.de/next.gif) right 50% no-repeat;}<br />
#prevLink:hover, #prevLink:visited:hover { background: url(http://www.ostblog.de/prev.gif) left 50% no-repeat; }<br />
#nextLink:hover, #nextLink:visited:hover { background: url(http://www.ostblog.de/next.gif) right 50% no-repeat; }<br />
</style></p>

<div style="width:520px; margin-top: -65px;">
<h4>Gesprächsrunde über die Ostberliner Hausbesetzerbewegung in den 1990er Jahren (3. Teil)</h4> 

<p>1990, im letzten Jahr der DDR, entwickelte sich eine der größten Hausbesetzerbewegungen in Deutschland. Bis zum Sommer 1990 wurden in Ostberlin hunderte Häuser besetzt. Hauptsächlich in den Stadtbezirken Prenzlauer Berg, Mitte, Friedrichshain und Lichtenberg. Anfänglich nur von Ostberlinern, schnell aber auch von vielen Menschen aus Westberlin und der BRD.<br />
Im Sommer 2011 traf sich eine Gruppe ehemaliger Berliner Hausbesetzer in einer Mietwohnküche im Prenzlauer Berg. Sie schauten zurück und sprachen über das Leben als Hausbesetzer. Den Ebenen des Alltags, Idealen, Solidarität, Kampf, Räumung. Über politische Ansprüche und gesellschaftliche Realitäten sowie über Sinn und Unsinn von Hausbesetzungen – damals wie heute.</p>

<div style="border:1px red solid; padding:10px;">Das gesamte Interview erscheint auf www.ostblog.de in vier Teilen und leicht gekürzt in der nächsten Ausgabe des telegraph.</span> 

<p><strong>Der erste zwei Teile sind bereits auf www.ostblog.de veröffentlicht, unter: </p>

<p><a href="http://www.ostblog.de/2012/01/da_haben_wir_die_ganze_huette.php">Teil1: Da haben wir die ganze Hütte besetzt</a><br />
<a href="http://www.ostblog.de/2012/03/mein_interesse_auf_nachbarn_zu.php">Teil2: Mein Interesse, auf Nachbarn zuzugehen und Kontakte zu knüpfen, war sehr eingeschränkt.</a><br />
</div><br />
</div></p>]]>
        <![CDATA[<div style="width:520px; font-size:11px;font-weight:normal;">
<b>Andrej:</b> Ich habe aber den Eindruck, dass dann ab '91 im Prinzip diese Verhandlungsrunde, in Mitte, einen größeren Einfluss hatte, als der B-Rat selber. Da haben die Treffen sehr unregelmäßig stattgefunden. Und das der Runde Tisch, an dem ja auch 30 oder 40 Leute hockten den B-Rat irgendwie ersetzt hatte. Wolfram war ja der Moderator. Was ich bis heute auch ziemlich lustig finde, dass Wolfram Kempe der Leiter des B-Rats geeignet war zwischen Hausbesetzer und Senat bzw. Bezirk zu moderieren. Und ich habe das aber als eine ziemlich undurchsichtige Sache in Erinnerung. Wie wir da zu Entscheidungen gekommen sind. Wer weiß, ob die tatsächlich in einem ganz großen Gremium beschlossen wurden, oder dass es da einen Vorschlag gab, und wir alle meinten, wir reden darüber zu Hause mal. 

<p><a href="http://www.ostblog.de/01_teil3_gr.jpg" width="800" rel="lightbox[teil3]" title="29. August 1990, Niederbarnimstr. 22, Stadtbezirk Berlin-Friedrichshein: Versuchte Räumung des besetzten Hinterhauses durch die Volkspolizei. Anwesend sind Stadtbezirksbürgermeister Helios Mendiburo, Stadbezirksrat - Bauen und Wohnen Gerd Hannemann. Quelle: Archiv BesetzerInnenZeitung, Fotograf: Gerald Zörner"><img src="http://www.ostblog.de/01_teil3_kl.JPG" width="520" alt="Hausbesetzer 1990er Jahre Ostberlin" /></a><br />
<i>29. August 1990, Niederbarnimstr. 22, Stadtbezirk Berlin-Friedrichshein: Versuchte Räumung des besetzten Hinterhauses durch die Volkspolizei. Anwesend sind Stadtbezirksbürgermeister Helios Mendiburo, Stadbezirksrat - Bauen und Wohnen Gerd Hannemann. Quelle: Archiv BesetzerInnenZeitung, Fotograf: Gerald Zörner <b>Für eine größere Ansicht auf das Foto klicken.</b></i></p>

<p><b>Wolfram:</b> Man muss ja genau sehen, wann was stattgefunden hat. In Prenzlauer Berg hat die Bildung eines B-Rates innerhalb von 14 Tagen stattgefunden. In Mitte gab es auch einen B-Rat, aber Verhandlungen mit dem Bezirksamt gab es erst ab Januar oder Februar des folgenden Jahres. Dem Modell, was es in Prenzlauer Berg gab, standen alle ziemlich skeptisch gegenüber. Das Problem war das wir im Niemandsland verhandelten. Denn der Senat zerbrach über der Mainzer Straße. Das war im Januar. Und als der sich neu konstituierte, hatten wir die Verträge fertig.<br />
Da hat sich keiner von der Senatsebene eingemischt. Je länger es sich dann hinzog, umso schwerer wurde es. Eigentlich sollte ich gar nicht Moderator sein, sondern Berater des B-Rates am Runden Tisch. Eigentlich sollte das der Pfarrer Passauer werden. Der hatte aber keine Lust. Aber formell war er immer Co-Moderator. Aber der war ja nie da. Und der B-Rat hat einen Vermittler gewählt und die Verwaltung hat einen Vermittler gewählt. Weil das waren die, die da eigentlich entschieden haben. Das waren ja eigentlich nur 3 Parteien. Die anderen saßen da ja nur rum. Ja und so hat sich das ergeben. Ich kann mich auch daran erinnern, das war sehr knapp in Mitte, dass das überhaupt irgendwie funktionierte. Ich kann mich auch an die Besetzung des Bürgeramtes erinnern und solche Sachen. Weil die Drohung, die wir aufmachten, also die Erzwingung der Verhandlungsbereitschaft, das war ein großer Bluff. Also den Bezirken zu sagen wollt ihr noch mal etwas haben, wie in der Mainzer Straße? </p>

<p><b>Sascha:</b> Und sie hatten Schweine Angst davor. </p>

<p><b>Wolfram:</b> Genau. Und wir wussten, wir kriegen das gar nicht mehr so hin und hatten dann keine Lust. Und das war der Bluff.</p>

<p><b>Dietmar:</b> Kann man dann vielleicht noch mal kurz sagen, was der Inhalt der Verhandlung war. Worum ging es eigentlich? Was wurde denn verhandelt.</p>

<p><b>Sascha:</b> Es gab ja zunächst einen Besetzer-Rat und dann gab es das Verhandlungsgremium.  Und das Verhandlungsgremium wurde bevollmächtigt. So, und der hat sich dann ziemlich schnell als nicht funktionstüchtig erwiesen, und die Verhandlungsgruppe hat dann später unabhängig voneinander agiert. Also der Rat hat weiter gemacht.</p>

<p><a href="http://www.ostblog.de/02_teil3_gr.jpg" width="800" rel="lightbox[teil3]" title="Sommer 1990 - HausbesetzerInnen-Demonstration Schönhauser Allee, Stadtbezirk Berlin - Prenzlauer Berg, Quelle: Archiv BesetzerInnenZeitung"><img src="http://www.ostblog.de/02_teil3_kl.JPG" width="520" alt="Hausbesetzer 1990er Jahre Ostberlin" /></a><br />
<i>Sommer 1990 - HausbesetzerInnen-Demonstration Schönhauser Allee, Stadtbezirk Berlin - Prenzlauer Berg. Quelle: Archiv BesetzerInnenZeitung<b> Für eine größere Ansicht auf das Foto klicken.</b></i></p>

<p><b>Wolfram:</b> Es hakte sich fest an einer Frage. Und die eine Frage bestand darin, dass der Magistrat sagte, es müssen Einzelmietverträge abgeschlossen werden. Und das wollte eigentlich niemand. Und da war eigentlich Schluss. Weil da wurde man sich nicht einig. Auch innerhalb des B-Rates nicht. Und dann war eigentlich Schluss. Und Schluss war im September. Und dann gab es keine Verhandlungen mehr. Als wir im Prenzlauer Berg separat wieder anfingen, um eine Lösung zu finden, war das auch immer die Frage. Mit diesem ganz komischen Vertragskonstrukt, dass zunächst einmal die Hausvereine einen Vertrag mit der Wohnungsbaugesellschaft machten, in dem diese einzelnen Mietverträge dann eingebettet wurden. Das war damals der mehrheitsfähige Weg. Und so sind wir dann letztendlich zu diesen Einzelmietverträgen gekommen. Darüber konnte man sich dann streiten, ob dieser Weg es dann wert war. Das ist ja dann noch eine andere Frage.</p>

<p><b>Andrej:</b> Weißt du noch, wer auf die Idee gekommen ist? Also dieses juristische Konstrukt?</p>

<p><b>Wolfram:</b> Ich glaube wir, oder unsere Rechtsberater. Wir haben uns ja dann Hilfe besorgt. Wir hatten dann mehrere Anwälte, die saßen ja immer hinter uns beim Runden Tisch. Wir haben uns Hilfe besorgt, bei Werner Orlowski aus Kreuzberg. Dieser Rahmenvertrag wurde paraphiert, wurde ratifiziert. Das hatte schon sehr komische Auswüchse am Ende, aber das hat funktioniert. Der Trick dabei war, das waren Ostmietverträge, die die Hausbesetzer dann '91 bekommen haben.</p>

<p><b>Molti:</b> Die Möglichkeit eines Rahmenmietvertrags konnten nicht alle nutzen, weil nach der Räumung der Mainzer Straße eine neue Situation gegeben war. In Friedrichshain haben sich dann viele, nicht nur die Besetzer sondern auch die Bezirksverordnetenversammlung, auf schnelle Einzel- Mietverträge orientiert. Wegen der Räumung der Mainzer. Weil das ein Schock gewesen ist. Da standen alle erheblich unter Druck und waren mit dieser Art der Konfliktbewältigung nicht einverstanden. Der Bezirksbürgermeister von Friedrichshain Mendiburo stand als absolute Napfsülze da. Zum einen war er in der falschen Partei, der Räumungs-Partei SPD, zum anderen war er eigentlich nicht für die Räumung. Ihm war da eine Senatskiste rein gedrückt worden. Und da hat er gesagt: „Na gut, dann ziehen wir das ganz schnell durch hier.“ Und dann wurden eben reihenweise diese Einzelmietverträge gemacht. Also nicht wir, weil wir eben schon restituiert waren. Als wir dann später Verträge gemacht haben, hat unser Anwalt gesagt, macht um Gottes Willen Einzelverträge. Weil Rahmenmietverträge halten nicht. Und dann haben wir das auch so gemacht. Das war nur so eine Präambel als Rahmenvertrag, aber eigentlich waren das Einzelverträge, die einen besseren Bestand haben. Das war dann aber erst '97. Noch einmal drei Welten danach.</p>

<div style="float:left; margin: 0px 10px 15px 0; border:0px #fff solid;">
<a href="http://www.ostblog.de/03_teil3_gr.jpg" width="437" rel="lightbox[teil3]" title="Frühjahr 1990, Besetzes Haus in der Adalbertstraße, Stadtbezirk Berlin-Mitte, Quelle: Archiv BesetzerInnenZeitung"><img src="http://www.ostblog.de/03_teil3_kl.JPG" width="260" alt="Hausbesetzer 1990er Jahre Ostberlin" /></a>
<div style="width:260px;">
	<i>Frühjahr 1990, Besetzes Haus in der Adalbertstraße,  Stadtbezirk Berlin-Mitte. Quelle: Archiv BesetzerInnenZeitung. <b>Für eine größere Ansicht auf das Foto klicken.</b></i>
</div>
</div>

<p><b>Dietmar:</b> Man muss  auch bedenken, dass an dieser Mainzer Straße der Senat zusammengekracht ist. Das die Sozen ja diese Räumung durchgezogen haben, und die Grünen sich eigentlich dagegen gestellt haben. Und diese Räumung mitbenutzt haben, um aus dieser Regierung raus zukommen.</p>

<p><b>Wolfram:</b> Ich behaupte nach wie vor, dass man nicht weiß, wer diese Räumung wollte. Es hat ja Gespräche gegeben. Und ich habe 3 oder 4 Jahre später mit dem ehemaligen Innensenator Petzold geredet, der ja immer noch behauptet, er habe das nicht angeordnet. Und es ist dann lange durch die Stadt gewabert und wabert auch noch heute, dass es ein Putsch der Polizei gegen den SPD Innensenator gewesen ist. Das sind alles Mutmaßungen, denn man kriegt es nicht mehr raus.</p>

<p><b>Molti:</b>  Bürgermeister Momper war nicht gut gelitten bei diesen Autonomen im Westen. Als das Kreuzberg Museum eingeweiht wurde, war Momper dabei. Er hat einen Stein an den Kopf gekriegt, und das hat er sich wahrscheinlich bis heute gemerkt. Das sehe ich als einen Grund für Mompers harten Kurs gegen Hausbesetzer. Er war auch kein guter Politiker. Mit dem ist bis heute nicht viel los. </p>

<p><b>Dietmar:</b> Dieses Verhandlungsgremium hat plötzlich im Sommer um Legalisierung verhandelt. Das heißt, da werden 120 Häuser besetzt von unterschiedlichsten Leute, die meinen, sie wollen andere Lebensformen schaffen. Die schaffen sich Gremien und fangen an mit den Herrschenden um Legalisierung, um Normalisierungsformen  zu verhandeln. Ist das nicht widersinnig?</p>

<p><a href="http://www.ostblog.de/04_teil3_gr.jpg" width="800" rel="lightbox[teil3]" title="Februar 1990, besetztes Haus in der Schönhauser Allee 20, Stadtbezirk Berlin - Prenzlauer Berg, Quelle: Archiv BesetzerInnenZeitung, Fotograf: Peter Homann"><img src="http://www.ostblog.de/04_teil3_kl.JPG" width="520" alt="Hausbesetzer 1990er Jahre Ostberlin" /></a><i>Februar 1990, besetztes Haus in der Schönhauser Allee 20, Stadtbezirk Berlin-Prenzlauer Berg. Quelle: Archiv BesetzerInnenZeitung, Fotograf: Peter Homann <b>Für eine größere Ansicht auf das Foto klicken.</b></i></p>

<p><b>David:</b> Ich halte das ja für einen völlig normalen Ablauf. Du bewegst dich eine Zeit lang darin. Es gefällt dir, oder wie auch immer, und dann willst du es. Und dann kommt die einschneidende Erfahrung, dass ein ganzer Straßenzug  platt gemacht wird.</p>

<p><b>Dietmar:</b> Aber wir meinen davor. Das fing ja schon Sommer '90 an.</p>

<p><b>David:</b> Da geht es ja auch um verschiedene Inhalte. Dieser Rat hat sich auch erst einmal lange Zeit um sich selbst gedreht. Und da war die Frage, wie verbreiten wir uns jetzt? Wie schaffen wir hier alles. Da ging es ja noch gar nicht darum, wie schaffen wir denn jetzt unsere Schäfchen-Verträge? Es ging ja auch eine ganze Weile um das große Ganze am Anfang.</p>

<p><b>Sascha:</b> '90 war ja die Blaupause Westberlin (Hausbesetzerbewegung in den 1980er Jahren.) noch sehr präsent. Also als Modell, wo es auf Räumung oder Legalisierung hinauslaufen wird. Und das haben alle gewusst, das du nicht ewig Hausbesetzer sein wirst. Das war allen Beteiligten klar. Aber das war dann auch schon das einzige, was alle Leute geteilt haben. Sonst gab es im Besetzer-Rat ein Spektrum. Auf der einen Seite politische Besetzer, die dann eher wenig Affinität zum Verhandeln hatten. Und auf der anderen Seite Leute, die einfach billig an ihren Wohnraum kommen wollten. Die dann auch einfach zweigleisig gefahren sind. Das war auch ein großes Problem gewesen, dass viele Häuser hinten raus, noch einmal anders verhandelt haben. Einmal auf den Besetzer-Rat und auf der anderen Seite auf ihre Privatverhandlungen gesetzt haben.</p>

<div style="float:left; margin: 0px 10px 15px 0; border:0px #fff solid;">
<a href="http://www.ostblog.de/05_teil3_gr.jpg" width="459" rel="lightbox[teil3]" title="November 1990, Besetzung des Rates der Stadt Ostberlin, nach der Räumung der Mainzer Straße, Quelle: Archiv BesetzerInnenZeitung, Fotograf: Kai Grehn"><img src="http://www.ostblog.de/05_teil3_kl.JPG" width="260" alt="Hausbesetzer 1990er Jahre Ostberlin" /></a>
<div style="width:260px;"><i>November 1990, Besetzung des Rates der Stadt Ostberlin, nach der Räumung der Mainzer Straße. Quelle: Archiv BesetzerInnenZeitung, Fotograf: Kai Grehn <b>Für eine größere Ansicht auf das Foto klicken.</b></i></div>
</div>

<p><b>Andrej:</b> Ich glaube auch, dass zumindest für die Ostberliner der Mythos des Besetzens nicht so stark ausgeprägt war. Dass das ein relativ normaler Weg war, einen Mietvertrag zu bekommen. Bevor wir in die Neue Schönhauser gezogen sind im Sommer oder Herbst '89, sind wir erst mal durch Prenzlauer Berg und Mitte gezogen und hatten Häuser gesucht. Dann waren so viele Häuser leer, dass man gleich noch ein paar Freunde einladen konnte. Der Mythos, dass wir irgendwie das Privateigentum außer Kraft setzen und revolutionäre Vorhut für irgendwas sind, dass spielte in dem Moment keine Rolle. </p>

<p><b>Sascha:</b> Aber speziell Gruppen, die aus Westberlin gekommen sind, haben es von sich behauptet und haben es ja darauf angelegt, irgendwann geräumt zu werden. Das war für die total klar. Es wird nicht verhandelt, wir werden geräumt. Und auf der anderen Seite hast du dann Leute gehabt, für die war von vornherein die Legalisierung der einzige Ausgang.</p>

<p><b>Rüdiger:</b> Die Diskussion hatten wir auch ganz massiv. Weil wir hatten Leute, die haben ganz klar gesagt, wir werden uns verteidigen. Keine Verträge, keine Verhandlungen. Wir hatten sogar die Diskussion, einen Tunnel zu bauen zum Friedhof und zu sagen, wenn die uns räumen, dann liefern wir denen noch einmal ne richtige Schlacht und dann verpissen wir uns. Aber wir wollen nicht verhandeln. Und dann hat der Teil gesiegt, der gesagt hat, okay, wir lassen mit uns verhandeln.</p>

<p><b>Molti:</b> Weil die zu faul waren, einen Tunnel zu graben.</p>

<p><a href="http://www.ostblog.de/06_teil3_gr.jpg" width="800" rel="lightbox[teil3]" title="Juli 1990, Stadtbezirk - Berlin-Mitte, Blick auf das Besetzte Haus Köpenicker Straße (Köpi), Quelle: Archiv BesetzerInnenZeitung, Fotograf: Gerald Zörner"><img src="http://www.ostblog.de/06_teil3_kl.JPG" width="520" alt="Hausbesetzer 1990er Jahre Ostberlin" /></a><br />
<i>Juli 1990, Stadtbezirk - Berlin-Mitte, Blick auf das Besetzte Haus Köpenicker Straße (Köpi). Quelle: Archiv BesetzerInnenZeitung, Fotograf: Gerald Zörner <b>Für eine größere Ansicht auf das Foto klicken.</b></i></p>

<p><b>David:</b> Aber das war kein Scherz. Das war eine durchaus mit Wärme und Ernst geführte Diskussion. Und auch dieses komplette Unverständnis auf der anderen Seite, das hat man auch gehabt. Was erzählen die denn jetzt da, was soll denn das? Und auf der anderen Seite dann wieder, was sind das für Flachzangen. Die wollen jetzt ihre Wohnung klar machen, und wir machen hier Revolution. Das hat sehr viel Zeit am Anfang gekostet. Ich konnte das gar nicht glauben.</p>

<p><b>Sascha:</b> Das ist richtig eskaliert. Bösartig eskaliert. Zwischen den Verhandlern und den Nichtverhandlern.</p>

<p><b>Rüdiger:</b> Spalter! Verräter!</p>

<p><b>Wolfram:</b> Ich glaube das war der 24. oder 26 Juni 1990. Von diesem Tage an würde auch in Ostberlin die Berliner Linie gelten. Und alle Häuser, die vorher besetzt waren, werden geduldet. Das war der äußere Rahmen, um überhaupt in Verhandlungen zu kommen. Ich kann mich deswegen so genau daran erinnern, weil ich damit zu tun gehabt hatte. Die B-Rat. Wegen der Besetzung der Kastanienallee 77, die dann ein Jahr später stattfand. Und vor allem wegen der Besetzung der Cotheniusstraße, die 3 Tage oder 5 Tage nach diesem Datum stattgefunden hatte. Die Häuser in Prenzlauer Berg, die danach besetzt waren, wurden nicht mehr geräumt. Das ist irgendwie so abgewogen worden und zwar mit Hilfe der Bezirkspolitik. Woanders ist geräumt worden.</p>

<p><b>Rüdiger:</b> Mitte, Oranienburger Straße wurde zwei Tage später geräumt.</p>

<p><b>Dietmar:</b> Und das quasi noch zu DDR-Zeiten.</p>

<p><b>Andrej:</b> Du hast das so in Erinnerung, dass das die Verhandlungsgrundlage war?</p>

<p><b>Wolfram:</b> Es öffnete den Raum für Verhandlungen.</p>

<div style="float:left; margin: 0px 10px 15px 0; border:0px #fff solid;">
<a href="http://www.ostblog.de/07_teil3_gr.jpg" width="348" rel="lightbox[teil3]" title="Januar 2012 - Dieses Haus stand früher in einem anderen Land. Für die Luxussanierung entmietetes Haus in der Brunnenstraße, Stadtbezirk Berlin-Mitte, Quelle: Archiv telegraph, Fotograf: Dietmar Wolf"><img src="http://www.ostblog.de/07_teil3_kl.JPG" width="246" alt="Hausbesetzer 1990er Jahre Ostberlin" /></a>
<div style="width:246px;"><i>Januar 2012 - Dieses Haus stand früher in einem anderen Land. Für die Luxussanierung entmietetes Haus in der Brunnenstraße, Stadtbezirk Berlin-Mitte.
Quelle: Archiv telegraph
Fotograf: Dietmar Wolf
<b>Für eine größere Ansicht auf das Foto klicken.</b></i>
</div></div>

<p><b>Andrej:</b> Ja ja, mit dem Magistratsbeschluss. Und vor allem die Duldung der bis dahin besetzten Häuser. Aber damals haben wir das extrem anders diskutiert. Wir haben gesagt, die Schweine wollen uns das Besetzen in Zukunft verbieten. Und die Cotheniusstraße. Da war ja auch diese Demo. Und dann zu sagen, wir setzen jetzt hier diese Linie und gucken, ob wir damit durchkommen. Und das hat ja nicht geklappt.<br />
Man hätte das damals ja auch schon als Erfolg sehen können, dass die diese 120/130 Häuser als besetzt akzeptieren. Aber ich meine, wir empfanden das ja als totale Zumutung.</p>

<p><b>Molti:</b> Das wäre auf jeden Fall eine Frage. Wer hat das rein gebracht, die Berliner Linie? Daran ist das ja zerbrochen. Da gab es den Konflikt Cotheniusstraße. Und dann haben sich die Leute in der Mainzer Straße erwartungsgemäß darüber aufgeregt und diese Straßensperre aufgebaut. Damit ging das ja los.<br />
Das wurde vorher mal in einem Brief beschrieben, wenn ich mich recht entsinne. „Räumt nicht, sonst gibt es großen Ärger.“ Also das wurde auch schon vorher gesehen.</p>

<p><b>Dietmar:</b> Was war denn der Inhalt der Verhandlung nach der Mainzer Straße. Also bei dieser bezirkseigenen Verhandlung, worum ging es da?</p>

<p><b>Wolfram:</b> Den Rahmen zu finden. Die erste Voraussetzung war, dass die Häuser Hausvereine bildeten und damit zu juristischen Personen wurden, mit denen überhaupt Sachen beschlossen werden konnten. Damit fing das an. Dann wurden diese Mantelverträge verhandelt, und dann ging es um Einzelmietverträge.</p>

<p><b>David:</b> Ganz schnell. Nach dem dieses Konstrukt gefunden worden ist, dass aus diesen Vereinen ein Verhandlungs-Partner gemacht wurde. Das hat ja funktioniert. Und danach war die bizarre Veranstaltung, dass man zum Beispiel in unserem Haus in nicht mehr funktionalen Räumen gewohnt hat. Also so genannte Wohnungen. Das wurde dann über den Daumen gepeilt. Man hat das und das, und das und das bildet eine Wohnungseinheit, und irgendwer unterschreibt das dann. Das war dann eigentlich nur noch so eine formelle Sache.<br />
<b>Sascha:</b> Was wir sofort gemacht haben, war die Miete auf Null zu senken. Mietminderung um 100%. Damit waren wir quasi legalisierte Besetzer. Damit waren wir eigentlich in einer perfekten Situation.</p>

<p><a href="http://www.ostblog.de/08_teil3_gr.jpg" width="800" rel="lightbox[teil3]" title="4. August 1990, HausbesetzerInnen-Demonstration, Frankfurter Tor, Stadtbezirk Berlin-Friedrichshein, Quelle: Archiv BesetzerInnenZeitung, Fotograf: Gerald Zörner"><img src="http://www.ostblog.de/08_teil3_kl.JPG" width="520" alt="Hausbesetzer 1990er Jahre Ostberlin" /></a><br />
<i>4. August 1990, HausbesetzerInnen-Demonstration, Frankfurter Tor, Stadtbezirk Berlin-Friedrichshein. Quelle: Archiv BesetzerInnenZeitung, Fotograf: Gerald Zörner <b>Für eine größere Ansicht auf das Foto klicken.</b></i></p>

<p><b>Dietmar:</b> Es gab doch schon Unterschiede. Auch zwischen den Verträgen in Prenzlauer Berg und Mitte. Ich glaube, es gab zum Beispiel den Unterschied über die zeitliche Dauer. Befristet oder unbefristet.</p>

<p><b>David:</b> Wir hatten unbefristete. Also die sind ja jetzt noch existent. Das sind ja noch die selben.</p>

<p><b>Dietmar:</b> Und wie lief es dann in Friedrichshain. Nach der Räumung der Mainzer Straße?</p>

<p><b>Molti:</b> Die Verträge wurden einzeln abgeschlossen, relativ schnell. Wir haben unsere Verträge sehr viel später bekommen, erst 1997. Und so lange waren wir auch Besetzer. Es gab dann eine Genossenschaft, die sich gegründet hat, in die wir dann ursprünglich auch eintreten wollten. Das hat dann aber aus verschiedenen Gründen nicht geklappt. </p>

<p><b>Dietmar:</b> Eigentlich war dann ab diesem Zeitpunkt die Hausbesetzer-Zeit zu Ende?<br />
Und die Strukturen? Räte, Stadtbezirksräte? Ging das dann weiter? Gab es da Treffen?</p>

<p><b>Sascha:</b> Für mich war das ja erst mal ein kulturelles Phänomen. Das ging ja weiter.</p>

<p><b>Molti:</b> Bei uns ist das auch eine kulturelle Geschichte. Bei uns in Friedrichshain, ist das ein ganz normales, na ja, was heißt normal, ein Phänomen, dass es besetzte Häuser gibt. Leute, die aus dieser Tradition kommen. Und die sind inzwischen auch etabliert. Wenn es irgendwo bei uns ein Ereignis mit Politik, Kultur oder so etwas gibt, dann stellt man sich ganz normal vor: „Wir kommen aus dem und dem Haus“. und das verbindet immer noch. Dazu kommen dann immer noch die persönlichen Verbindungen.</p>

<p><a href="http://www.ostblog.de/09_teil3_gr.jpg" width="800" rel="lightbox[teil3]" title="4. August 1990, HausbesetzerInnen-Demonstration, Frankfurter Tor, Stadtbezirk Berlin-Friedrichshein, Quelle: Archiv BesetzerInnenZeitung, Fotograf: Gerald Zörner"><img src="http://www.ostblog.de/09_teil3_kl.JPG" width="520" alt="Hausbesetzer 1990er Jahre Ostberlin" /></a><br />
<i>4. August 1990, HausbesetzerInnen-Demonstration, Frankfurter Tor, Stadtbezirk Berlin-Friedrichshein. Quelle: Archiv BesetzerInnenZeitung, Fotograf: Gerald Zörner <b>Für eine größere Ansicht auf das Foto klicken.</b></i></p>

<p><b>David:</b> Es lösen sich natürlich diese Strukturen auf. Die Räte, Mietverträge lösen sich natürlich auf. Wenn du welche hast, dann brauchst du das natürlich nicht mehr. Und die Leute, die ihr Haus bis auf´s Messer verteidigen wollten, die können es natürlich in dem Moment auch nicht mehr machen, die müssen sich dann auch etwas anderes suchen. Also dafür war die Institution nicht mehr brauchbar. Es hat keinen Sinn mehr gemacht.</p>

<p><b>Sascha:</b> Ich habe neulich auf einem Geburtstag eine junge Frau kennengelernt, die gerade in die Lottumstraße eingezogen war. In die 10A. Und die war total begeistert, jetzt in einem besetzten Haus zu wohnen. Ob du da auf Miete wohnst, ist völlig egal. Sie wohnt jetzt in einem besetzten Haus. Das war ihr Ding.</p>

<p><b>Wolfram:</b> Ersten ist der Status von einer Bewegung nicht von den Strukturen abhängig.<br />
Wenn das ursprüngliche Selbstverständnis stimmte, hätten irgendwelche Verträge, daran nichts ändern können. Die Administration ist immer damit klingeln gegangen, es gibt keine besetzten Häuser mehr in Prenzlauer Berg. Und beide Seiten haben sich damit arrangiert. Die einen haben gesagt, klar wir wohnen in einem, und die anderen, nein, es gibt keine mehr. Und die haben dann auch öffentlich an einander vorbei geredet, aber gut. Das hat doch sozusagen daran nichts geändert. Es hat doch auch in den Häusern nichts geändert, dass jetzt diese Papiere da waren. Jedenfalls nach meiner Wahrnehmung. In meiner Erinnerung spielte das keine Rolle. Was eher eine Rolle spielte, ist das, worüber wir auch schon vorhin gesprochen haben. Was dann auch zur Auflösung von Gruppen führte oder zum Generationswechsel, waren die Mühen des Alltags. Das war viel komplizierter, als einen Vertrag zu haben oder keinen zu haben.</p>

<p><b>Sascha:</b> Das glaube ich auch, dass die Binnenstruktur, die Strukturen in den Häusern, viel wichtiger waren als das Haus an sich. Und das die Häuser letztendlich zu Grunde gegangen sind, an den Leuten und nicht an irgendwelchen äußeren Bedingungen.</p>

<p><br />
<b>Dietmar:</b> Das heißt, die Hausbesetzer-Bewegung gibt es in dem Sinne nicht mehr. </p>

<p><b>Sascha:</b> Ich habe das damals so erlebt, dass die Gruppen in den Häusern an sich selbst gescheitert sind und nicht an irgendwelchen rechtlichen Bedingungen.</p>

<p><a href="http://www.ostblog.de/10_teil3_gr.jpg" width="800" rel="lightbox[teil3]" title="4. August 1990, HausbesetzerInnen-Demonstration, Frankfurter Tor, Stadtbezirk Berlin-Friedrichshein, Quelle: Archiv BesetzerInnenZeitung, Fotograf: Sergej Glanze"><img src="http://www.ostblog.de/10_teil3_kl.JPG" width="520" alt="Hausbesetzer 1990er Jahre Ostberlin" /></a><br />
<i>4. August 1990, HausbesetzerInnen-Demonstration, Frankfurter Tor, Stadtbezirk Berlin-Friedrichshein. Quelle: Archiv BesetzerInnenZeitung, Fotograf: Sergej Glanze <b>Für eine größere Ansicht auf das Foto klicken.</b></i></p>

<p><b>Dietmar:</b> Aber meine Frage war ja eigentlich gewesen, jetzt 20 Jahre später, was ist eigentlich davon übrig geblieben? Was ist davon nachhaltig geblieben?</p>

<p><b>Sascha:</b> Mein Haus gibt es immer noch. Und da leben so 15 Leute in gemeinschaftlichen Strukturen zusammen. Mit Gemeinschaftsküche und so. Das sehe ich als Erfolg.</p>

<p><b>Dietmar:</b> Also Freiräume konnten gesichert werden? Bis heute?</p>

<p><b>Sascha:</b> JA!<br />
Es sieht von außen genau so aus, wie damals, als wir es verlassen haben. Es ist eine linke Szene drinnen, die sehr aktiv ist. Da passiert was. Sie müssen nicht damit rechnen, geräumt zu werden. Ich bin ja nicht auf einmal Hausbesetzer gewesen und sonst nichts anderes. Das ist ein Spektrum gewesen. Von diesen ganzen Unizusammenhängen und Autonomen Winks und sonst was. Alles zusammengewürfelt, von Gruppen, die es da damals gab. Du bist das dann ja nicht zu 100 %. Das ist ja nicht eine abgeschlossene Sache. Und wenn du dann das Schäfchen im Trockenen hast, dann musst du was anders machen. Mein Haus ist für mich immer noch ein existierendes Netzwerk aus Personen von damals. </p>

<p><a href="http://www.ostblog.de/2012/03/mein_interesse_auf_nachbarn_zu.php">zurück zum 2. Teil</a></p>

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    <title>Wasser-Volksentscheid  –  1 Jahr danach</title>
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    <published>2012-04-02T19:15:20Z</published>
    <updated>2012-04-10T10:51:42Z</updated>
    
    <summary>Im nächsten Monat soll der telegraph #124 erscheinen. Den ost:blog-Lesern soll hier schon mal ein Vorab gewährt werden. Erfolgreicher Wasser-Volksentscheid auf dem Prüfstand: Was hat die Offenlegung der geheimen Verträge gebracht? Ein Hintergrundgespräch mit Thomas Rudek, Verfasser des Volksgesetzes über...</summary>
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        <name>david</name>
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            <category term="Politik" />
    
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        <![CDATA[<p>Im nächsten Monat soll der <em>telegraph #124</em> erscheinen. Den ost:blog-Lesern soll hier schon mal ein Vorab gewährt werden.</p>

<p><strong>Erfolgreicher Wasser-Volksentscheid auf dem Prüfstand:<br />
Was hat die Offenlegung der geheimen Verträge gebracht?</strong></p>

<p>Ein Hintergrundgespräch mit Thomas Rudek, Verfasser des Volksgesetzes über die Offenlegung der Teilprivatisierungsverträge bei den Berliner Wasserbetrieben  am 13. Februar 2011</p>

<p>Vor einem Jahr wurde der erste Volksentscheid in Berlin gewonnen. <br />
In der „Amtlichen Information zum Volksentscheid“ hatten Senat (SPD + DIE LINKE) und die Abgeordnetenhausmehrheit aus SPD und DIE LINKE die Berliner Bevölkerung aufgefordert mit „Nein“ zu stimmen. Ihr Hauptargument: „<a href="http://www.wahlen-berlin.de/Abstimmungen/vE2011_Wasser/AmtlicheInformation_Broschuere.pdf">Die Verträge zur Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe sind bereits vollständig veröffentlicht</a>“.<br />
Der damalige Wirtschaftssenator Harald Wolf (DIE LINKE), in dieser Zeit auch AufsichtsratsVorsitzender der Berliner Wasserbetriebe, hatte öffentlich erklärt, sich an der Abstimmung nicht zu beteiligen.<br />
Über 665.000 Berlinerinnen und Berliner haben dennoch für ein Volksgesetz gestimmt, das die vollständige Offenlegung von allen Verträgen, Beschlüssen und Nebenabreden verlangt, die im Zusammenhang mit der Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe abgeschlossen worden sind. Nur zwei Tage nach diesem großen Erfolg konnten wir <a href="http://www.welt.de/print/welt_kompakt/vermischtes/article12547421/Senat-streitet-ueber-richtige-Schluesse-aus-Volksentscheid.html">in der Presse</a> lesen: „Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) … hat die Veröffentlichung weiterer Vertragspapiere in Aussicht gestellt. Damit räumte er … indirekt die Existenz weiterer [geheimgehaltener – T.L.] Vertragsunterlagen ein.“ In der „Amtlichen Information zum Volksentscheid“ ist die Wahlbevölkerung demzufolge bewußt belogen worden.<br />
Was seit dem Volksentscheid geschehen ist und welche Herausforderungen noch gemeistert werden müssen, dazu befragten wir Thomas Rudek, den Verfasser und Sprecher des Volksentscheids.</p>

<p><strong>telegraph</strong>: <em>Herr Rudek, zunächst die Frage nach dem Erfolgsrezept des Volksentscheids. Die Initiative des Berliner Wassertischs setzte sich lediglich aus 30 Aktivisten zusammen und verfügte nur über den kleinen Etat von gerade mal 30.000 €. Die Medien verhielten sich in der Berichterstattung von sehr zurückhaltend bis desinformierend. Wie gelang Ihnen trotz dieser Rahmenbedingungen der Erfolg?</em></p>

<p><strong>Rudek</strong>: Zum einen ist das ein Erfolg, an dem sehr viele beteiligt waren und der sich gewiss nicht nur auf den Berliner Wassertisch begrenzen lässt: Umweltorganisationen wie die GRÜNE LIGA Berlin, Mieterorganisationen wie der Berliner Mieterverein, Kleingartenorganisationen, attac, die Verbraucherzentrale Berlin, die Kirchen bis hin zu Erwerbslosenorganisationen und vielen anderen haben die Bedeutung des Themas erkannt und offensiv dafür geworben. Rückblickend hat gewiss auch unser Aufruf nicht nur zu Geldspenden sondern auch zu Zeitspenden viele Menschen angesprochen, denn einen Volksentscheid gewinnt man nicht mit Geld, sondern mit Menschen. Und so sind wir nicht nur finanziell unterstützt worden, sondern vor allem mit Zeit- und Kontakt-Spenden, indem uns viele Berliner beim Sammeln oder mit ihren persönlichen Netzwerken geholfen haben. Nur so konnten wir in die Breite gehen. Und was die Massenmedien und die Berichterstattung betrifft, da haben Sie recht: Das war und ist immer noch ein harter Kampf, der an vielen Frontlinien, auch an internen geführt wird.<br />
</p>]]>
        <![CDATA[<p><strong>telegraph</strong>: <em>Uns interessiert ja auch die Bedeutung als ein Projekt direkter Demokratie, die weit über die Rückabwicklung dieses Public Private Partnership (PPP)-Vertrages von 1999 hinausgeht. Dazu muss ich etwas ausholen. In Osteuropa und im vergangenen Jahr in vielen Ländern Nordafrikas stürzten Regierungen, die viele Jahrzehnte an der Macht waren. Dabei spielte die große Unzufriedenheit mit den Lebensverhältnissen, die Empörung über die zunehmende Schere zwischen Arm und Reich, politische Bevormundung und Unterdrückung eine Rolle. In Westeuropa entzündete sich der zivile Ungehorsam, der Protest und Widerstand am Bemühen der politischen und wirtschaftlichen Eliten, die aktuelle Krise mittels so genannter „Sparprogramme“ zu einer großangelegten Umverteilung von unten nach oben zu nutzen (Stichwort: z.B. die Bewegung „Wirkliche Demokratie jetzt“ in Spanien auf dem Puerta del Sol). Es wird von einer Krise der Repräsentation, von einem Legitimationsverfall der politischen Systeme, von einem Rückgang der „Massenloyalität“ gesprochen. Auf der Tagung „Sozialpsychologie des Kapitalismus  –  zur Aktualität Peter Brückners“ Anfang März 2012 erwähnten Sie ein „Handbuch der weltpolitischen Analyse“ von Daniel Frei und Dieter Ruloff. Das war mir bisher noch nicht bekannt. In welcher Hinsicht hat es Ihr Handeln beeinflusst? Wir kennen Gene Sharps „From Dictatorship to Democracy“, welches in Belgrad, Tiflis und Kiew, nun auch in Ägypten und Tunesien Ratschläge für gewaltfreie Aktionen gegeben haben soll. <br />
Dabei geraten offensichtlich ausgesuchte Länder in den Fokus von Unterstützung durch sog. Menschenrechtsorganisationen. Uns interessiert die Adaption. Kann die konkrete Erfahrung „Wasser-Volksentscheid“ für die Organisierung von zivilem Ungehorsam und Widerstand hilfreich sein? Inwieweit haben solche Konzepte bei Ihren Aktivitäten eine Rolle gespielt?</em></p>

<p><strong>Rudek</strong>: Zunächst zum „Handbuch der weltpolitischen Analyse“. Ich beschäftigte mich zum damaligen Zeitpunkt mit der Frage, wie bei computergestützten Simulationsmodellen als Herrschaftsinstrumente die Frage der Krisenanfälligkeit erfasst und abgebildet werden. In diesem Zusammenhang bin ich dann auf diesen neoliberalen Ratgeber gestoßen, indem bezeichnenderweise Einflussmöglichkeiten direkter Demokratie auch für Systemveränderungen keine Rolle spielen. Dennoch erschütterten mich die Zahlen, weil sie zum einen verdeutlichten, welch gewaltiger zivilgesellschaftlicher Kraftanstrengungen es bedarf, um durch Massenmobilisierungen das neoliberale Machtkartell zu bewegen. Andererseits ist dann immer noch nicht gewährleistet, ob sich das Machtkartell in die gewünschte Richtung bewegt. Ich glaube, dass unsere Begeisterung für die Bewegung der Empörten auch dem Umstand geschuldet ist, dass wir generell unter einer Mobilisierungsmüdigkeit leiden. Das Handbuch wie die aufmerksame Beobachtung der Protestbewegungen haben mich insofern beeinflusst, weil ich immer nach Wegen gesucht habe, um eine – wie soll ich es am besten sagen – eine Logistik des nachhaltigen Widerstands zu suchen. Und so bin ich dann bei der direkten Demokratie gelandet, genauer: der Möglichkeit, dass die Bevölkerung selbst die Verfügungsgewalt über die Produktion von Rechtsnormen in die eigene Hand nehmen kann. Die Frage der Adaption ist schwer zu beantworten, weil wir hier mit unseren niedrigen Wahlbeteiligungen, den Verkrustungen und Verfilzungen, den Parallelstrukturen mit international tätigen Beratungsagenturen wie den lobbyistischen Netzwerken zwischen Ministerialbürokratien, Wirtschaft und Medien nun wirklich kein Vorbild sind, an dem sich andere orientieren sollten. <br />
Möglicherweise ist eine negative Adaption hilfreich, um den Entwicklungen, die es hier gegeben hat, Einhalt zu bieten: Die Maxime müsste lauten: Aus den Fehlern der neoliberalen Systemtransformation lernen. Beispielsweise in der Form, dass die hier nach wie vor in zahlreichen Politikfeldern herrschende Intransparenz nicht adaptiert wird, sondern die Informationsfreiheit offensiv verankert wird. Warum sollte die Informationsfreiheit im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge nicht sogar Verfassungsrang erhalten? Gleichzeitig könnte bereits der Versuch, Geheimhaltungs- und Verschwiegenheitspraktiken fortzuführen, als Straftatbestand juristisch definiert werden, was in unserer politischen Unkultur nicht angedacht ist. Auch wenn wir an die üblichen neoliberalen Strategien des Krisenmanagements denken, sollte hier die Strategie der negativen Adaption als Prophylaxe eingesetzt werden. Das bedeutet konkret: Im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge weder Privatisierungen noch Teilprivatisierungen zuzulassen. Hierzu muss man nicht in den kapitalistischen Westen blicken, sondern nach Südamerika. Oder man adaptiert das italienische Beispiel aus dem letzten Jahr: 3 erfolgreiche Referenden auf einen Streich, davon eines gegen die Privatisierung der italienischen Wasserversorgung. <br />
Die Analphabetendemokratie, wo jeder alle 4 Jahre brav sein Kreuzchen macht, hat ausgedient. Wir brauchen mehr Partizipation, auch und vor allem in den Medien. Mit der Einführung des Privatfernsehens in den 80er Jahren begann der Angriff auf das Zentralnervensystem der Bundesrepublik. Auf der Jagd nach Einfaltquoten blieb vor allem eines auf der Strecke: Die Ausgewogenheit in der Berichterstattung, die Berücksichtigung von anderen Meinungen, statt dessen ein Einheitsbrei, der wenig nahrhaft und dennoch schwer verdaulich ist. Mediales Fast Food, das paralysiert, aber nicht wachrüttelt und erst recht nicht mobilisiert. Das Entscheidende ist jedoch die Stärkung der direkten Demokratie. Stellen Sie sich vor, in Spanien wären, wie in Italien vor einem Jahr, Volksgesetze auf den Weg gebracht worden, die sich gegen die Privatisierungen der Daseinsvorsorge richten, die sich für Volksabstimmungen von repressiven EU-Auflagen einsetzen, dann hätten diese Bewegungen nicht nur eine programmatische Untermauerung gefunden, sondern auch einen bahnbrechenden Erfolg für eine gelebte, nachhaltige Partizipation erzielt.</p>

<p><strong>telegraph</strong>: <em>Nach diesem überraschenden Erfolg des Volksentscheides fragen sich viele, was die Offenlegung der geheimen Wasserverträge gebracht hat. Denn die eigentlich formulierte Zielsetzung bestand doch darin, den Konzernen RWE und Veolia, die ja nicht an der sog. Daseinsvorsorge, sondern am Profit interessiert sind, die Geschäftsgrundlage zu nehmen und dass die hohen Wasserpreise in Berlin gesenkt und die Berliner finanziell entlastet werden.</em></p>

<p><strong>Rudek</strong>: Die Ursache der hohen Wasserpreise liegt in den jetzt offen gelegten und vertraglich zugesicherten Gewinngarantien begründet. Diese Gewinngarantien führten beispielsweise dazu, dass die Wasserbetriebe im vorletzten Geschäftsjahr in absoluten Zahlen 270 Millionen € an die Konzerne RWE und Veolia wie das Land Berlin ausgeschüttet haben. In der Kalkulation der Wasserpreise beläuft sich der Anteil der so genannten kalkulatorischen Kosten einschließlich der kalkulatorischen Zinsen auf sage und schreibe 44 Prozent. Das sind absolute Spitzenwerte, die uns in Rechnung gestellt werden: Brechen wir diese Dimension auf einen Vier-Personen-Haushalt herunter, dann bedeutet das – grob gerechnet – dass sich der Gewinnanteil in der Wasserrechnung  dieses Haushalts auf 320 Euro beläuft.  Die Schlüsselfragen lauten: Lässt sich dagegen etwas tun, sind die Verträge rechtlich angreifbar und wenn ja, wer ist klageberechtigt und welches Gericht ist zuständig. Um diese Fragen zu beantworten, waren wir dringend auf juristischen Sachverstand angewiesen und hier konnte die Juristin Sabine Finkenthei, die den Volksentscheid von Anfang an unterstützt hat, 10 weitere Kollegen aus unterschiedlichen Rechtsgebieten zur Mitarbeit gewinnen. Bereits unmittelbar nach dem Volksentscheid, also im März vergangenen Jahres, hat sich ein Arbeitskreis unabhängiger Juristen (AKJ) gegründet, der unterdessen mehrere Schritte in die Wege geleitet hat.</p>

<p><strong>telegraph</strong>: <em>Können Sie die Ergebnisse des Arbeitskreises etwas näher erläutern?</em></p>

<p><strong>Rudek</strong>: Nun, ich bin kein Jurist, kann es aber gerne versuchen. Zunächst ist der Arbeitskreis der Ansicht, dass die Teilprivatisierungsverträge zum einen gegen das europäische Ausschreibungsrecht verstoßen und dass zum anderen die Gewinnausfallgarantien des Vertrages zugunsten der Konzerne RWE und Veolia eine öffentliche Subvention darstellen – und auch die ist nach europäischem Recht verboten. Daher hat der AKJ in enger Abstimmung mit Frau Prof. Edda Müller von Transparency International und dem EU- und Kartellrechtler Prof. Jürgen Keßler von der Verbraucherzentrale Berlin gegenüber der EU-Kommission diese Rechtsverstöße zur Anzeige gebracht. Die Kommission hat daraufhin im Sommer letzten Jahres eine entsprechende Vorprüfung der Verträge eingeleitet. Das dauert mindestens ein Jahr. Sollte die Kommission unsere Rechtsauffassung nicht teilen, besteht nach Aussage von Prof. Keßler die Möglichkeit, vor dem Europäischen Gerichtshof zu klagen. <br />
Nach der europarechtlichen Prüfung der Verträge hat der AKJ auch verfassungs- und haushaltsrechtliche Aspekte einbezogen und dabei in einem Leitfaden herausgearbeitet, dass auch die Fraktionen des Abgeordnetenhauses mit einer sogenannten Organklage vor dem Berliner Verfassungsgericht gegen die Verträge vorgehen könnten. Inhaltlich entscheidend ist, dass die vertraglich zugesicherten Gewinnausfallgarantien als eine Sicherheit zu bewerten sind,  die nach unserer Verfassung einer gesetzlichen Grundlage bedurft hätte,  aber nicht geschaffen worden ist. Das ist jetzt stark zusammengefasst. Wer sich näher informieren möchte, der findet diesen „Leitfaden“ wie das Schreiben an die EU-Kommission auf der Homepage der Wasserbürger unter <a href="http://www.wasserbuerger.de">www.wasserbuerger.de</a>. </p>

<p><strong>telegraph</strong>: <em>Nicht auf der Homepage des Wassertischs [<a href="http://berliner-wassertisch.net/">http://berliner-wassertisch.net/</a>] ?</em></p>

<p><strong>Rudek</strong>: Bedauerlicherweise nicht und es spricht Bände, dass der Wassertisch und sein neues Sprecherteam wichtige Informationen, wie gegen die Verträge vorgegangen werden kann, all den Menschen vorenthält, die den Volksentscheid mit ihren Stimmen unterstützt haben. Doch umgekehrt dürfen wir nicht vergessen, dass es bei der Umsetzung des Volksentscheids um Milliarden geht und da wundert es nicht, wenn das Ruder von denjenigen übernommen wurde, die mit Stör- und Ablenkungsmanövern versuchen, den Volksentscheid gegen die Wand zu fahren. Wie bereits erwähnt, wird der Kampf um Informationen an vielen Fronten geführt.</p>

<p><strong>telegraph</strong>: <em>Welche wichtigen Informationen werden vorenthalten und welche Gründe gibt es dafür? Vielleicht könnten Sie die Konfliktlage doch noch etwas näher erläutern.<br />
Liegen hier externe Einflussnahme und Destruktion oder innere Querelen und Sektierertum vor? Und: Arbeiten jetzt „Berliner Wassertisch“ und „Berliner Wasserbürger“ parallel am selben Gegenstand, statt mit vereinten Kräften? Frohlockt da nicht jeder Gegner?</em></p>

<p><strong>Rudek</strong>: Es ist ein Kennzeichen von offenen Bürgerinitiativen, dass diese vielen Interessierten offen stehen und zum Mitmachen bewegen. Wenn es bei einem zivilgesellschaftlichen Projekt um Milliarden geht, und das ist bei dem Wasser-Volksentscheid der Fall – dann ist bei einer ganz nüchternen Betrachtung davon auszugehen, dass sich auch Gegner dort betätigen und die Initiative ganz subtil unterlaufen werden. Beispielsweise hatte sich der Pressesprecher von Veolia auf der Facebook-Seite als Freund angemeldet und immer versucht, Pressemeldungen von mir zu dementierten. Da gab es offensive Diskussionen. Schwieriger sind die Intriganten, die nicht sofort zu erkennen sind, sondern wie Maulwürfe agieren. Ihr Ziel lautet, Vertrauen aufbauen, hier und da hilfsbereit anpacken, bis sie Schlüsselfunktionen innehaben. Dann werden interne Verteiler aufgebaut, es werden Gerüchte mit persönlichkeitsverletzenden Inhalten gestreut, und so Vorbehalte aufgebaut, die nichts mit der Sache zu tun haben. Am Ende eines solchen Prozesses wird dann auf einmal die Plenumssitzung an einen anderen Ort verlagert und Vorschläge zur Tagesordnung wurden nicht, wie ansonsten üblich, angekündigt. Als ich dann verspätet erschien, wurde gerade der Ausschluss meiner Person als TO behandelt und eine attac-Aktivistin beantragte, mir zu untersagen, Protokoll-Notizen anzufertigen. Doch damit nicht genug. Ich wurde auch aus dem e-mail-Verteiler gestrichen, den ich maßgeblich mit aufgebaut habe.  Dann waren auf dieser Sitzung viele Gesichter, die ich noch nicht bzw. sehr lange nicht mehr zu Gesicht bekommen habe. Diese Querelen sind jedoch nebensächlich und sollten vom eigentlichen ablenken: Kurz zuvor hatte der Arbeitskreis unabhängiger Juristen durch meine Vermittlung bei der Verbraucherzentrale den Leitfaden zur Anfechtung der Verträge vorgestellt. Auf dieser Plenumssitzung hätte es eigentlich darum gehen müssen, über den Leitfaden zu diskutieren, und wie wir die Abgeordneten für eine Organklage gewinnen können. Statt sich dieser Aufgabe zu stellen, inszenierte man dort ein Kindergartentheater auf grenzwertigem Niveau. Ich werde die grenzwertigen schriftlichen Kommentare der Blockierer in das Portal der Wasserbürger einstellen, damit sich die Berliner Bevölkerung darüber informieren kann, wer sich für eine Vertragsanfechtung einsetzt und wer diese durch Stör- und Ablenkungsmanöver verhindern will. <br />
Ich schildere dieses Beispiel nicht als abschreckendes Beispiel, sondern weil das Engagement in Bürgerinitiativen von einer nüchternen Empörung getragen sein sollte. Es geht dort nicht um Freundschaften, sondern darum, ein Ziel zu erreichen. Es hilft nichts, Initiativen oder Personen zu mystifizieren. Der Volksentscheid war weder mein Erfolg noch der des Wassertischs, sondern der Erfolg zahlreicher Menschen, die all ihre Netzwerke eingebracht haben. Das Erfolgsrezept lautet: Vertrauen in die Eigendynamik, nicht in kontrollierende ZK-Strukturen, die das neue Sprecherteam aufbaut, indem sie zu allererst kontrolliert, wer etwas sagen darf und wer nicht. Ich habe die Funktion des Sprechers immer so verstanden, dass es darum geht, andere in Fragen des Volksentscheids sprachfähig zu machen, damit diese dann ihre Netzwerke aktivieren und mobilisieren können. Sprachfähigkeit bedeutet vor allem, nicht nur Probleme zu skandalieren, sondern konkret überzeugende Problemlösungen anzubieten.</p>

<p><strong>telegraph</strong>: <em>Eine andere Frontlinie verläuft auch im Abgeordnetenhaus. Dort wurde vor kurzem ein Sonderausschuss eingesetzt, der nach dem Gesetzestext des Volksentscheids die Aufgabe hat, die Verträge einer eingehenden öffentlichen Überprüfung zu unterziehen. Ein ganzes Jahr soll er dazu Zeit haben. Welche Erwartungshaltung haben Sie an den Sonderausschuss?</em></p>

<p><strong>Rudek</strong>: Auch hier ist es bezeichnend, dass sich das Abgeordnetenhaus zur Einsetzung des Sonderausschusses sehr viel Zeit gelassen hat. Auch was die Zusammensetzung des Ausschusses betrifft, habe ich keine großen Hoffnungen, dass zielgerichtet geprüft wird, denn mit Ausnahme der beiden Ausschussmitglieder der CDU und Klaus Lederer von der Fraktion Die LINKE sind keine Juristen im Ausschuss vertreten. Weder die Grünen noch die SPD noch die Piraten haben es für notwendig erachtet, Juristen in den Ausschuss zu entsenden. Doch wer die Verträge anfechten will, der ist zwingend auf juristischen Sachverstand angewiesen, ansonsten entsteht ein großes Palaver um den heißen Brei. Auch will man im Sonderausschuss an den juristischen Leitfaden der unabhängigen Juristen nicht so recht ran und die bisherigen Bemühungen, die Piraten zu überzeugen, mit einer Organklage die Wasser-Verträge zu entern, hatten bisher keinen Erfolg.</p>

<p><strong>telegraph</strong>: <em>Können Sie sich diese "Zurückhaltung" erklären?</em></p>

<p><strong>Rudek</strong>: Nicht wirklich. Viele glauben, es sei Überlastung. Aber es sollte nicht vergessen werden, dass die Forderung nach mehr Transparenz eine Kernforderung im Wahlkampf war. Doch was nützt es, wenn infolge transparenter Verhältnisse elementare Rechtsverstöße nachgewiesen werden können, aber – in diesem Fall – sich bei den Piraten niemand zuständig fühlt, diese Rechtsverstöße vor dem Verfassungsgerichtshof einzuklagen. Auch was die Überlastung und Überforderung betrifft, so ist es zwar richtig, dass die Piraten über keine juristische Expertise in ihren eigenen Reihen verfügen. Darum haben sich auch zwei Berliner Rechtsanwälte aus dem Arbeitskreis unabhängiger Juristen bereit erklärt, die Klageschrift zu erarbeiten und mit den Piraten abzustimmen. Einfacher geht es doch nun wirklich nicht. </p>

<p><strong>telegraph</strong>: <em>Lassen Sie uns noch einmal auf die Wasserpreise zurückkommen. Ende 2011 wurde berichtet, dass auch das Bundeskartellamt die Berliner Wasserbetriebe über eine Abmahnung dazu bewegen will, die Wasserpreise zu senken. </em></p>

<p><strong>Rudek</strong>: Das Bundeskartellamt prüft nur die Trinkwasserpreise, nicht aber die Abwasserpreise und letztere sind es, die in Berlin besonders hoch sind. Das bedeutet, unter der Voraussetzung, dass das Bundeskartellamt zuständig ist – denn diese Frage ist noch nicht geklärt – hätte eine Preissenkungsverfügung lediglich eine symbolische Senkung der Trinkwasserpreise zur Folge. Wir sollten das eigentliche Ziel nie aus den Augen verlieren: Eine kommunale Wasserver- und entsorgung, die frei ist, von jeglicher Gewinnerzielung und nach dem Prinzip der reinen Kostendeckung ihre Tarife kalkuliert.</p>

<p><strong>telegraph</strong>: <em>Auf der vorhin erwähnten Tagung stellten Sie heraus, dass die Anfechtung der Berliner Verträge auch weit über den Berliner Tellerrand hinauswirken würde?<br />
Wenn ein ganzes Land am Boden liegt, gibt es die Kurzsichtigen, die nach jedem Strohhalm greifen. Sind die großen Konzerne, auch die, die mit Wasser Profit machen wollen, nicht längst mit kleinen Geldköfferchen unterwegs, um in Spanien, Griechenland etc. dem politischen Personal mit ihren leergemachten Staatssäckeln unter die Arme zu greifen, d.h. sich Öffentliches Eigentum anzueignen? In Ostdeutschland setzte man dafür eine „Treuhand“ ein. Deutsche Politiker empfehlen ja diese Einrichtung z.B. für Griechenland; nach Ägypten und Tunesien will man „Transformationsteams“ schicken.<br />
Bedarf es da nicht auch einer internationalen Vernetzung des Widerstandes gegen die „Beutegemeinschaft“ von Staat und Privatwirtschaft?</em></p>

<p><strong>Rudek</strong>: Das ist richtig und auf die internationale Tragweite dieses Volksentscheids wird leider auch von der bürgerlichen Presse nicht hingewiesen. Die in Berlin tätigen Konzerne RWE und Veolia sind ja global operierende Konzerne, die im internationalen Wassergeschäft ganz entscheidend mitmischen. Und wenn man hier im „Musterland rechtsstaatlicher Demokratie“ Verträge mit Gewinnausfallgarantien und anderen fragwürdigen Regeln abschließt, die hier nicht nur zu hohen Wasserpreisen, sondern auch zu extrem hohen Profiten führen, dann benutzt man diese Berliner Verträge als Referenz für Geschäftsabschlüsse im Ausland – nach dem Motto: Was in Berlin juristisch geht, dass sollte auch in anderen Metropolen möglich sein. Wenn es uns jedoch gelingt, diese Verträge gerichtlich für nichtig erklären zu lassen, dann können sie auch nicht mehr als Referenz und Geschäftsgrundlage für das Auslandsgeschäft angeführt werden und dieser Art von mafiöser Geschäftemacherei im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge wäre die Grundlage entzogen.</p>

<p><strong>telegraph</strong>: <em>Sie sind ein bekennender Befürworter der direkten Demokratie. Doch Plebiszite wie das Schweizer Minarettverbot verweisen auch auf das Risiko, dass solche Volksentscheide von rechts instrumentalisiert werden und Rechtspopulisten sich auf diesem Weg durchsetzen könnten?</em></p>

<p><strong>Rudek</strong>: Dazu braucht man gar nicht in die Schweiz zu gehen. Auch in Hamburg ist das Bildungs-Plebiszit ein abschreckendes Beispiel, wie eine Verbesserung des Bildungssystems verhindert und stattdessen ein System beibehalten wurde, von dem die elitäre Bildung profitiert. Dennoch sollten wir das Potenzial von Volksentscheiden und Referenden nicht verkennen, wenn es darum geht, der neoliberalen Umstrukturierung entgegen zu wirken und alternative, sozial-gerechte Gesetze durchzusetzen. Angefangen von dem Berliner Beispiel, per Volksentscheid ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr durchzusetzen. Oder schauen wir uns den Prozess der Gentrifizierung an. Ich würde mir wünschen, dass wir uns an die Arbeit machen und die Verdrängung von armen Menschen nicht nur beklagen und für Protestdemos zum Anlass nehmen, sondern dass wir Problemlösungskompetenz einbringen und das per Volksentscheid mit einem Gesetz, das die großen privaten wie öffentlichen Wohnungsgesellschaften verpflichtet, mindestens 30 Prozent ihres Wohnungsbestandes an sozial schwach gestellte Menschen zu vermieten und das a) zu einem Preis deutlich unterhalb der ortsüblichen Vergleichsmiete und b) ohne einen Anspruch auf staatliche Ausgleichszahlungen. Und wir sollten uns auch nicht mit den üblichen Blockade-Plattitüden abspeisen lassen, das würde juristisch nicht gehen, weil Mietrecht Bundesrecht ist. Auch das Grundgesetz ist nicht nur Bundesrecht, sondern Verfassungsrecht. Und es wird höchste Zeit, durch eine offensive Inhaltsbestimmung des Art. 14 GG zu zeigen, dass der Grundsatz „Eigentum verpflichtet“ zur Rechtsanwendung gebracht werden muss.</p>

<p><strong>telegraph</strong>: Herzlichen Dank für das Gespräch.</p>

<p>Der oben genannte „Leitfaden“ kann unter <a href="http://berliner-wasserbuerger.de/?p=915">http://berliner-wasserbuerger.de/?p=915</a> als PDF heruntergeladen werden. Im Vorwort verweist der Privatisierungskritiker <strong>Werner Rügemer</strong> auf die „grundsätzliche Bedeutung weit über diesen Fall hinaus. Die generelle Geheimhaltung, die bei den verschiedenen Formen der Privatisierung öffentlichen Eigentums üblich geworden ist, ist ein Angriff auf die Demokratie, auf die wesentliche Aufgabe der Parlamente und auf die Mitbestimmung der Bevölkerung. … Die Berliner Nachfolgeregierung [SPD + DIE LINKE, Anmerk. T.L.], die die Verträge nicht abgeschlossen hat, hätte von sich aus tätig werden müssen, um die Nichtigkeit herbeizuführen. Das hat sie nicht getan und hat, unter dem Druck des Volksentscheids, lediglich einige unklare Absichten geäußert, die Verträge neu zu verhandeln bzw. die Investoren zum Verkauf ihrer Anteile zu animieren.“</p>

<p><strong>Thomas Rudek</strong> : Verfasser des Volksgesetzes über die Offenlegung der Teilprivatisierungsverträge bei den Berliner Wasserbetrieben  am 13. Februar 2011, des ersten erfolgreichen Volksentscheides in Berlin. Sprecher des Volksbegehrens und Volksentscheids. Gründer der Berliner Wasserbürger. Aktiv in der GRÜNE LIGA Berlin. <br />
Kontakt: ThRudek(at)gmx.de Tel.: (030) 261 33 89 (AB) <br />
Kontakt zum Arbeitskreis unabhängiger Juristen: Sabine Finkenthei, S.Finkenthei(at)gmx.de Tel.: (030) 69 30 842</p>]]>
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    <title>ШНАУЦЕ ВЕССИ</title>
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    <published>2012-04-02T18:40:45Z</published>
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    <summary>Wir weisen hier ja immer mal wieder gern auf die STERN (-untypische) - Kolumne von Holger Witzel hin. Die gibt&apos;s jetzt auch als Buch. Wer von Euch also noch nix zu Ostern hat, kann sich das ja mal ansehen: HOLGER...</summary>
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<p>HOLGER WITZEL<br />
<strong>Schnauze Wessi</strong><br />
Pöbeleien aus einem besetzten Land<br />
ISBN: 978-3-579-06686-8<br />
€ 14,99</p>]]>
        
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