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    <title>OST:BLOG</title>
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    <updated>2010-03-10T11:15:05Z</updated>
    <subtitle>OSTBERLINER NEWSBLOG - PLATTFORM FÜR KUNDSCHAFTER, KADER, VOLXKORRESPONDENTEN [ONLINE SEIT MÄRZ 2003]</subtitle>
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    <title>TV-Tip: Nackt, aber sicher? - Wie viel Sicherheit verträgt unsere Demokratie?</title>
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    <published>2010-03-10T11:12:35Z</published>
    <updated>2010-03-10T11:15:05Z</updated>
    
    <summary>Ranga Yogeshwar begrüßt den Sozialwissenschaftler Dr. Andrej Holm, der 2007 wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verhaftet wurde und drei Monate in U-Haft saß, bevor der Bundesgerichtshof den Haftbefehl aufhob. Samstag, 13. März 2010; Quarks &amp; Co,...</summary>
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        <![CDATA[<p>Ranga Yogeshwar begrüßt den Sozialwissenschaftler Dr. Andrej Holm, der 2007 wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verhaftet wurde und drei Monate in U-Haft saß, bevor der Bundesgerichtshof den Haftbefehl aufhob.</p>

<p>Samstag, 13. März 2010; Quarks & Co, 12.20 - 13.05 Uhr, WDR Fernsehen</p>

<p>ht<a href="http://tp://www.wdr.de/wissen/wdr_wissen/programmtipps/fernsehen/10/03/09_2100_w.php5">tp://www.wdr.de/wissen/wdr_wissen/programmtipps/fernsehen/10/03/09_2100_w.php5</a></p>]]>
        
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    <title>“Pink Taxi” von Uli Gaulke</title>
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    <published>2010-03-05T12:31:26Z</published>
    <updated>2010-03-05T12:38:20Z</updated>
    
    <summary>Der Blick der Frauen Für ostblog.de von Angelika Nguyen Am Anfang war die Neugier auf Moskau. Regisseur Uli Gaulke, Jahrgang 1968, trieb es nach früheren Dokumentationen in vielen Teilen der Welt diesmal zur einstigen sowjetischen Hauptstadt . Wie haben sich...</summary>
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            <category term="Kultur" />
    
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        <![CDATA[<p><strong>Der Blick der Frauen</strong><br />
Für ostblog.de von Angelika Nguyen</p>

<p><object width="480" height="295"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/eeWZtddcn84&hl=de_DE&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/eeWZtddcn84&hl=de_DE&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="295"></embed></object></p>

<p>Am Anfang war die Neugier auf Moskau. Regisseur Uli Gaulke, Jahrgang 1968, trieb es nach früheren Dokumentationen in vielen Teilen der Welt diesmal zur einstigen sowjetischen Hauptstadt .</p>

<p>Wie haben sich Perestroika und Kapitalismus ausgewirkt? Wie kommen die Menschen damit zurecht, vor allem: die Frauen? In einer Frauentaxifirma schließlich fand Uli Gaulke Marina, Alla und Viktoria, etwa Mitte 50, drei Taxifahrerinnen von “Pink Taxi”. Entstanden sind drei behutsame Porträts.</p>]]>
        <![CDATA[<p>Marina mit den Grübchen ist die fröhlichste, die charmanteste der drei, Viktoria die patente mit dem besten Schutzpanzer, Alla die bittere, die traurigste. Die Fahrzeit vertreiben sich die Frauen in Gesprächen mit ihren Gästen, die laut Geschäftsordnung ausschließlich Frauen sind. Der Name “Pink Taxi” ist bei der Taxifirma nämlich Programm: Pink, Rosa - die Farbe der Weiblichkeit. Frauen fahren Frauen. In 22 Taxis unter drei Millionen Autos in der Metropole Moskau. Die Fahrerinnen haben die Taxis 48 Stunden hintereinander und ruhen sich hinterher 48 Stunden aus. Ein Knochenjob, nichts für Zarte. Zwischendurch mal drei Stunden Schlaf im Auto.</p>

<p>Für seinen Film nutzte der Regisseur ganz bewusst die Stärken weiblicher Kommunikation.  “Da Frauen nun mal mehr Gefühle zeigen können als Männer, widme ich ihnen meine ganze Aufmerksamkeit.” Das Taxi bezeichnet Uli Gaulke als Entschleunigungsmaschine in dieser rasanten Stadt. Für eine halbe Stunde sind die Frauen im Taxi jenseits von allem, auch der sozialen Schranken zwischen Arm und Reich, reden offen miteinander.  Das Spektrum der Frauen, die sich ein “Pink Taxi” leisten können, reicht vom gehobenen Mittelstand bis ganz reich, Anwältinnen, Managerinnen und eine echte Ölbarontochter sind darunter. </p>

<p>Marina, Alla und Viktoria sind die auf der anderen Seite der Schranke, sie sind einfache Dienstleistende. Themen sind Arbeit, Damenunterwäsche, Flugpreise und natürlich Männer. Eine erzählt von ihrer bevorstehenden Hochzeit und ihrem Traumjob. Alla betrachtet sie aufmerksam im Rückspiegel. Eine Managerin, die gerade aus Mailand kommt, erzählt von angesagten Dessous. </p>

<p>Es gibt die Rückfrage einer Kundin an Marina: Was denn aus ihren Träumen geworden sei und warum sie hier als Taxifahrerin arbeite? </p>

<p>Der Film zeigt auch das Leben der Frauen außerhalb der Taxis. Gaulke besuchte sie in ihren Wohnungen, sprach mit ihren Familien. Auffallend dabei ist die Abwesenheit von Männern. Allas Mann starb, Marinas ging mit ihrer Nichte davon und Viktoria hat dem “ganzen Liebeszeug” abgeschworen. Liebe sei nur ein kurzer Moment. </p>

<p>Iti samusch, sagen die drei, “einen Mann heiraten” bedeute wörtlich: “sich hinter einem Mann verstecken”.  Das wollen sie nicht mehr.  Geblieben sind die Kinder, die Wodkaabende in Marinas verräucherter Datsche, das selbst verdiente Geld, der Spott - und die Sehnsucht. Die russische Seele liegt meistens auf Eis, wird erst nach Feierabend aufgetaut. Moskau lässt nicht mehr viel Zeit für so etwas.</p>

<p><a href="http://www.pinktaxi-film.de">http://www.pinktaxi-film.de</a></p>]]>
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    <title>Noch Fragen? – Olaf Metzel stellt in Duisburg aus</title>
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    <published>2010-03-04T12:45:28Z</published>
    <updated>2010-03-04T13:03:52Z</updated>
    
    <summary> Olaf Metzel, Noch Fragen?, 1998/2010. © VG Bild-Kunst, Bonn 2010. Foto ©: Roman Mensing artdoc.de von Jürgen Schneider So nobel wurde die Bild noch nie präsentiert wie in Olaf Metzels Ausstellung »Noch Fragen?«, die derzeit im Museum Küppersmühle in...</summary>
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        <name>A.S.H.</name>
        
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            <category term="Kultur" />
    
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        <![CDATA[<p><img alt="Metzel_Noch_Fragen__1998_copyright_Roman-Mensing-artdoc.de.jpg" src="http://www.ostblog.de/images/Metzel_Noch_Fragen__1998_copyright_Roman-Mensing-artdoc.de.jpg" width="500" height="374" /><br />
Olaf Metzel, Noch Fragen?, 1998/2010. © VG Bild-Kunst, Bonn 2010.  Foto ©: Roman Mensing artdoc.de<br />
<em><br />
<strong>von Jürgen Schneider</strong></em></p>

<p>So nobel wurde die Bild noch nie präsentiert wie in Olaf Metzels Ausstellung »Noch Fragen?«, die derzeit im Museum Küppersmühle in Duisburg zu sehen ist. ›‹BILD Ruhrgebiet, 22.12.2009« heißt die 12-teilige Arbeit: Zerknitterte Matrizen (die der Prospektbeilage eines Supermarktes inklusive) in hübsch anzusehenden transparent-amorphen Plexiglasumhüllungen, die wie übergroße Müllbeutel wirken. Der Bild-Reporter war erregt: »Warum haben Sie ausgerechnet die Matrizen der Bild-Zeitung genommen?«</p>]]>
        <![CDATA[<p><img alt="Metzel_Hartz_IV_wird_fuenf_2010_copyright_Roman-Mensing-artdoc.de.jpg" src="http://www.ostblog.de/images/Metzel_Hartz_IV_wird_fuenf_2010_copyright_Roman-Mensing-artdoc.de.jpg" width="500" height="374" /><br />
Olaf Metzel, Hartz IV wird fünf, 2010. © VG Bild-Kunst, Bonn, 2010.  Foto ©: Roman Mensing artdoc.de </p>

<p>Statt der von ihm wohl erwarteten Enteignet-Springer-Rhetorik  erhielt der Fragesteller vom Künstler die knappe Antwort: »Bild war die einzige Zeitung, die bereit war, mir Matrizen zu überlassen.« Der Reporter war zufrieden und flüsterte später stolz, dass der Bild-Chefredakteur eigens wegen dieser skulpturalen Arbeit aus Berlin anreisen werde. Für eine zweite »Zeitungs«-Arbeit (»Und dann noch das Wetter«, 2010) hat Metzel nicht nur aus Regionalzeitungen stammende Artikel zu diversen gesellschaftlich relevanten Themen beidseitig auf großformatige Aluminiumbleche drucken lassen, diese verformt und an sieben Metallstäben schwebend in Beziehung zueinander gesetzt. Das so entstandene komplexe plastisch-textliche Gefüge friert die Tagesaktualität der Zeitungsberichte und Schlagzeilen ein und bietet Raum für vielerlei Assoziationen und Verknüpfungen à la die Electro-Pioniere von Kraftwerk treffen Burka-Barbie.</p>

<p>Am Museumseingang werden die Ausstellungsbesucher von der Skulptur mit dem Titel »Hartz IV wird fünf« (2010) empfangen, die auf die Lektüre der Prospekte regionaler Möbelhäuser und der darin angebotenen Rauchglastische der Wohlstandsgemütlichkeit zurückgeht. Neben dem vom Umkippen bedrohten Geflecht aus lackierten Eisenstreben und verformten, bräunlich schimmernden Plexiglasplatten, an dem hier und da eine schwarz-rot-goldene Kordel hängt, steht ein ebenso flacher wie schwerer, cremefarbener Ledersessel, der schon bessere Zeiten gesehen hat. </p>

<p>Ausgangspunkt für das in einem abgedunkelten Raum präsentierte und LED-bunt erstrahlende Werk »Schicht im Schacht« (2009), das zugleich autonome Skulptur wie auch Modell für einen für den Duisburger Innenhafen geplanten Turm von 25 Meter Höhe ist, war Metzels Unzufriedenheit mit dem offiziellen, uninspirierten Kästchenlogo von Ruhr.2010. Er verwandelte es, übertrug es in eine dreidimensionale, gebrochene Spiralform und machte sich so zu eigen, was Nikolai Punin 1920 über Tatlins Entwurf für ein »Denkmal für die III. Internationale« schrieb: »Die klassische Form der Dynamik ist die Spirale.« Eine neue Dynamik, so Metzel, könne im Ruhrgebiet nur durch neue Technologien entstehen, für die sein Leuchtturm symbolisch stehen mag. </p>

<p>In der gelungenen Gesamtpräsentation alter und neuer Werke von Olaf Metzel befinden sich die Rauminstallationen »112:104« (1991), »Auf Wiedersehen« (1996) und »ichhasseschule« (2010) räumlich nebeneinander. Eine Kritikerin war völlig entsetzt, »dass ein einziger Künstler so viel kaputt machen kann.« Als müsste Kunst  sich nicht die vorgefundene Gewalt zu ihrer Sache machen, als basierte Metzels Ästhetik der Verwüstung nicht auf künstlerisch gekonnter Konstruktion und Dekonstruktion. »112:104« ist ein vom Künstler geschaffenes Basketballfeld, das er in einzelne Segmente zerlegt und diese in einer durchdachten Komposition aufgetürmt hat. Er nahm dabei Bezug auf die sich ineinander schiebenden Eisschollen in Caspar David Friedrichs Gemälde »Das Eismeer« von 1823/24. Metzels Installation ist Referenz und Reverenz zugleich, so wie der Bezugspunkt seiner kalligraphisch anmutenden Aluminiumskulptur »Écriture automatique« (2008) das Wirken des französischen Schriftstellers und Künstlers Henri Michaux ist. Mit »112:104« und »Auf Wiedersehen«, den ebenso stilsicher inszenierten Trümmern einer Zuschauertribüne, thematisiert Metzel die Gewaltausbrüche bei Sportveranstaltungen. <br />
Die post-Pisa-Installation »ichhasseschule« entstand in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern aus München und Duisburg, die mit Schulbänken und -stühlen das anstellen durften, was die Institution Schule ihnen im Alltag bei Strafandrohung verwehrt. In den Fokus gerät der einzelne Klassenraum, in dem Unterricht gegeben wird, sowie der gesellschaftliche Klassenraum von arm bis reich. Ursprünglich war »reiche Eltern für alle« als Titel vorgesehen. »Amok« steht quasi als Motto in großen, schwarzen Buchstaben auf einer rot bemalten Tischplatte. Die übrigen Schulbänke und –sitze sind angekokelt oder mit Grafitti überzogen, die sich inhaltlich jedoch zumeist recht gesittet ausnehmen: »FEERIEN« oder »Mir ist langweilig«. Aber klar doch, auch »ficken«, »Fotze«, »Furz« oder »Keine Macht für niemand« fehlen nicht. Der Duisburger Kulturdezernent Janssen gab sich überzeugt, dass das Metzel’sche Klassenzimmer »original« aussehe.  </p>

<p>Der Ausstellungstitel geht auf die Installation »Noch Fragen?« zurück, für die Metzel ein ganzes Arsenal von Baseballschlägern in sandfarbene und grün-braune Camouflage-Stoffbahnen verspannt hat. Ohnehin hat ein Künstler mehr Fragen als Antworten. Die Kuratorenprosa mag noch so sehr einem Schein der Camouflage erliegen und konstatieren, Metzels Arrangement baue »seine Bedrohlichkeit auf leise, geschmackvolle Weise auf«, wo die Herren der militärischen Tarnung walten, auch wenn sie nicht in Khaki oder Olivgrün, sondern im Nadelstreifenanzug auftreten,  lauert allemal die Keule.</p>

<p>Olaf Metzel, Noch Fragen?, bis 24. Mai 2010, MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Philosophenweg 55, 47051 Duisburg.</p>

<p>Katalog: 144 Seiten, Snoeck Verlagsgesellschaft, 25,00 € (Museumsausgabe)</p>

<p>Drei weitere bildhauerische Arbeiten von Olaf Metzel werden von der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg, präsentiert, darunter dessen Frühwerk »Roter Beton« von 1981, das sich zwischen Skulpturen von Lehmbruck bewähren muss. <br />
</p>]]>
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    <title>Sturm über Deutschland!</title>
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    <published>2010-03-03T07:08:12Z</published>
    <updated>2010-03-03T16:09:42Z</updated>
    
    <summary>Vor genau 100 Jahren, am 3. März 1910, erschien in Berlin-Halensee die erste Nummer der bedeutendsten expressionistischen Zeitschrift „DER STURM – Wochenschrift für Kultur und die Künste“ : &quot;DER STURM ist das Blatt der Unabhängigen. Kultur und Kunst der heutigen...</summary>
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        <![CDATA[<p>Vor genau 100 Jahren, am 3. März 1910, erschien in Berlin-Halensee die erste Nummer der bedeutendsten expressionistischen Zeitschrift „DER STURM – Wochenschrift für Kultur und die Künste“ :<br />
"DER STURM ist das Blatt der Unabhängigen. Kultur und Kunst der heutigen Zeit werden kritisch bewertet. In dieser Zeitschrift äußern sich nur Persönlichkeiten, die eigene Gedanken und eigene Anschauungen haben.“</p>

<p><img alt="Der-Sturm.jpg" src="http://www.ostblog.de/images/Der-Sturm.jpg" width="500" height="173" /></p>

<p>Offenbar war es die größte und einflußreichste Zeitschrift unter den vielen kleinen Zeitschriften, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegründet wurden. Die Auflage soll bis zu 30.000 betragen haben.<br />
„DER STURM“ erschien bis 1932. Der Herausgeber und Schriftleiter  Herwarth Walden (eigentlich Georg Levin)  verließ Deutschland als KP-Mitglied und Jude 1932, noch rechtzeitig vor der Machtübergabe an die Nazis. Er ging in die Sowjetunion, wo er sich sicherer glaubte. Dort wurde er durch stalinsche KP-Mitglieder 1941 verhaftet und soll  noch im selben Jahr im Straflager Satarow an der Wolga ums Leben gekommen sein.<br />
</p>]]>
        
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    <title>Vorratsdatenspeicherung verstößt im Prinzip nicht gegen die Verfassung</title>
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    <published>2010-03-02T09:11:24Z</published>
    <updated>2010-03-02T12:59:19Z</updated>
    
    <summary>Das war&apos;s dann wohl. Wir bekommen jetzt nur ein neues Gesetz zur präventiven Speicherung unserer Daten. Sorry, ich kann darüber nicht jubeln....</summary>
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        <name>A.S.H.</name>
        
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            <category term="Politik" />
    
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        <![CDATA[<p>Das war's dann wohl. Wir bekommen jetzt nur ein neues Gesetz zur präventiven Speicherung unserer Daten. Sorry, ich kann <a href="http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg10-011.html">darüber</a> nicht jubeln.</p>]]>
        
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    <title>Die Geister, die wir riefen</title>
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    <published>2010-02-26T11:28:02Z</published>
    <updated>2010-02-26T11:31:21Z</updated>
    
    <summary> Neu im Kino “Plastic Planet” von Werner Boote von Angelika Nguyen Wir sind umzingelt. Es ist in unseren Zahnbürsten, Brotdosen, Einkaufstüten, Trinkflaschen, Laptops, Lampen, Stromleitungen, Möbeln. Babynuckeln, Spielzeugautos, Pressemappen. Die Gefahr ist bunt, pflegeleicht, abwaschbar, formbar: Plastik. Vor über...</summary>
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    </author>
            <category term="Kultur" />
    
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        <![CDATA[<p><object width="480" height="295"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/-fwltw4U-CI&hl=de_DE&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/-fwltw4U-CI&hl=de_DE&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="295"></embed></object></p>

<p><strong>Neu im Kino <a href="http://www.plastic-planet.at/home.html">“Plastic Planet”</a> von Werner Boote</strong></p>

<p><em>von Angelika Nguyen</em></p>

<p>Wir sind umzingelt. Es ist in unseren Zahnbürsten, Brotdosen, Einkaufstüten, Trinkflaschen, Laptops, Lampen, Stromleitungen, Möbeln. Babynuckeln, Spielzeugautos, Pressemappen. Die Gefahr ist bunt, pflegeleicht, abwaschbar, formbar: Plastik. </p>

<p>Vor über 50 Jahren trat der Kunststoff seinen Siegeszug durch die Konsumwelt an – und sitzt seitdem in jedem Haushalt. Doch seit einigen Jahren bröckelt das Image des Universalstoffes. Es ist von Giften die Rede, Chemikalien, die über Packungen und Behälter in die Nahrung gelangen. Die Mixturen zur Herstellung von Plastik seien so geheim, dass die Kunststoffindustrie selbst nicht zu 100 % wüsste, was sie da am Ende produziert. Tatsache ist, dass die getrennte Müllentsorgung von Plastik ein falsches Spiel ist, denn inzwischen ist klar, dass dieser Kunststoff nicht einfach verschwindet. Plastik gilt heute als unrecycelbarer Stoff. Da seine Beschaffenheit nicht ganz klar ist, wissen wir auch nicht, was entsteht, wenn wir es verbrennen. Plastik als Zeitbombe.</p>]]>
        <![CDATA[<p>Regisseur Werner Boote beginnt seinen umweltkritischen Film “Plastic Planet” sehr persönlich. Ein kleiner Steppke, vier, fünf Jahre alt, rennt in 8 -mm-Filmen aufgeregt umher, denn er bekommt vor laufender Kamera andauernd Geschenke. Spielzeugautos, Buddelschaufel, einen bunten Kinderrecorder, Badetiere. Die Spielsachen haben alle eins gemeinsam: sie sind aus Plastik. </p>

<p>Der kleine Steppke ist Werner Boote. Die Spielsachen waren Geschenke seines Großvaters. Der Regisseur begibt sich in seinem Film auf eine ganz eigene lange Reise, vom Kind des Plastikalters hin zum kritischen Beobachter und Analysten der gesundheitlichen und ökologischen Gefahren von Plastik. Am Ende des Films steht Werner Boote mit Megaphon in einem Supermarkt und warnt die Kunden auf eigene Faust vor der bunten Gefahr.</p>

<p>Werner Boote ist Jahrgang 1965. Plastik kam damals groß in Mode. Es galt nicht nur als schön und praktisch, sondern auch als Symbol des Fortschritts. Wer immer noch Holzmöbel besaß, konnte es sich meist nur noch nicht leisten, zur Kunststoffwohnwelt zu wechseln. Der Großvater des kleinen Werner kam an Produkte dieses futuristischen Universalstoffes besonders gut heran, war er doch Geschäftsführer der Interplastikwerke. Der persönliche Ton bewahrt den Film davor, uns mit Fakten zu erschlagen. Bei aller Brisanz bleibt er leicht, temporeich, auch humorvoll. Nie wird er belehrend. Der Regisseur zeigt im Film nach einem Selbsttest seine Betroffenheit angesichts der hohen Konzentration von Bisphenol A im eignen Blut, das zeugungsunfähig machen kann. Bisphenol A ist eine Chemikalie, die Östrogen imitiert. Über Verpackungen, Brotdosen und Trinkflaschen tritt es aus und gelangt in die Nahrungsmittel.</p>

<p>Der Film reist rund um die Welt, begibt sich in sehr verschiedene Bereiche und Orte. Verseuchungsskandal in einer PVC-Fabrik in Venedig, Plastiktüten in der Sahara, verbotene Weichmacher in Shanghai, Plastikberge auf einer Müllkippe in Kalkutta, Pseudoplankton aus Kunststoff im Pazifik, Silikonbrüste bei einem Schönheitschirurgen in Beverly Hills. Werner Boote spricht mit Lobbyisten der Kunsstoffindustrie genauso wie mit Umweltforschern und Chemikern. Das gibt nicht immer nur nette Begegenungen. So sind wir dabei, als Werner Boote den ehemaligen Präsidenten von Plastics Europe, John Taylor auf einer Messe verfolgt, um ihm Hunderte Studien über die Schädlichkeit von Plastik – in Plastikordnern geheftet – zu überreichen. </p>

<p>Österreich entwickelt sich zum Land der Avantgarde politisch verantwortungsvoller Öko-Regisseure. Wie sein Landsmann Erwin Wagenhofer mit dem erfolgreichen Film “We Feed The World” die industrielle Lebensmittelherstellung global durchleuchtete, so geht der Wiener Werner Boote dem unguten Gefühl nach, das er zunehmend hat, wenn er Plastik in den Händen hält. </p>

<p>Der Film “Plastic Planet”, seit September 2009 ein großer Publikumserfolg in Österreich, hat auch erfreuliche Folgen. Aus dem fatalen Gefühl der Ohnmacht vieler Zuschauer gegenüber der globalmächtigen Kunststoffindustrie heraus hat eine Familie namens Krautwaschel in Graz ihren kompletten Haushalt auf plastikfrei umgestellt. Es war möglich, trotz einiger Schwierigkeiten.</p>

<p>Die Krautwaschels machen diesen Versuch auch für uns. Denn unser größter Feind, zeigt diese experimentierfreudige Familie, ist mehr noch als alle Kunststoffbosse der Welt  -unsere Gewohnheit. Sensibler sei er geworden, sagt Werner Boote, er gehe aufmerksamer durch die Supermärkte, achte darauf, weniger Plastik einzukaufen.</p>

<p>Kein Zauberer kann uns helfen, die bösen Geister des einstigen Fortschrittmaterials zu vertreiben. Wir können selbst damit anfangen. Es muss ja nicht gleich der komplette Haushalt sein.</p>]]>
    </content>
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    <title>Antimilitaristen attackieren Moskauer Militärhauptquartier</title>
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    <published>2010-02-25T17:08:30Z</published>
    <updated>2010-02-25T17:54:41Z</updated>
    
    <summary>Alljährlich am 23. Februar feiert man ja in Rußland, aber auch noch in der Ukraine und in Belarus, den &quot;Tag des Verteidigers des Vaterlandes&quot;, früher war das der &quot;Tag der Roten Armee&quot;. &apos;In Wirklichkeit aber entstand die neue Armee Sowjetrusslands...</summary>
    <author>
        <name>A.S.H.</name>
        
    </author>
            <category term="Politik" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ostblog.de/">
        <![CDATA[<p>Alljährlich am 23. Februar feiert man ja in Rußland, aber auch noch in der Ukraine und in Belarus, den "Tag des Verteidigers des Vaterlandes", früher war das der "Tag der Roten Armee". 'In Wirklichkeit aber entstand die neue Armee Sowjetrusslands nicht am 23. Februar 1918, sondern fast einen Monat früher. "Dass der Jahrestag der Roten Arbeiter- und Bauern-Armee am 23. Februar gefeiert wird, ist ziemlich zufällig und schwer zu erklären und stimmt nicht mit den historischen Daten überein", schrieb seinerzeit Klim Woroschilow, Volkskommissar (Minister) für Landesverteidigung.</p>

<p>1918, am 28. Januar (am 15. nach dem alten Kalender), erließ der Rat der Volkskommissare ein Dekret, worin es unter anderem hieß: "Es hat sich die Notwendigkeit ergeben, eine neue Armee zu schaffen, die in der Gegenwart eine Stütze der Sowjetmacht, in nächster Zukunft das Fundament für die Ersetzung der ständigen Armee durch die Bewaffnung des ganzen Volkes und bei der künftigen sozialistischen Revolution in Europa eine Unterstützung bilden wird... Der Rat der Volkskommissare beschließt, eine neue Armee unter dem Namen 'Rote Arbeiter- und Bauern-Armee' auf folgender Basis zu gründen: Sie wird aus den höchst bewussten und organisiertesten Vertretern der werktätigen Massen geschaffen. Der Eintritt in ihre Reihen steht allen Bürgern der Russischen Republik nach Vollendung des 18. Lebensjahres frei. In die Rote Armee tritt jeder ein, der bereit ist, seine Kräfte, sein Leben zum Schutz der Errungenschaften der Oktoberrevolution, der Sowjetmacht und des Sozialismus einzusetzen. Für den Eintritt in die Reihen der Roten Armee sind Empfehlungen erforderlich."'  (Quelle: <a href="http://www.russland.ru/februar/morenews.php?iditem=9">russland.ru</a>)</p>

<p>Zum diesjährigen  "Tag des Verteidigers des Vaterlandes" ließen sich ein paar Anarchisten etwas besonderes einfallen. Um 10.30 Uhr attackierten 30 anarchistische Antimilitaristen das zentrale Moskauer Militärhauptquartier mit Flaschen und Glühbirnen, gefüllt mit Farbe. Sie wollten damit ihre Ablehnung des Wehrdienstes zum Ausdruck bringen und fragten, was denn heute an Rußland verteidigenswert wäre, die Generäle in ihren Luxushäuser, die Ölinteressen des Kreml oder die frechen Oligarchen? (<a href="https://avtonom.org/en/node/8687">link</a>)</p>

<p>Ein kurzes Video gab's auch dazu:</p>

<p><object width="480" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/-2ufnQ1Ngvk&hl=de_DE&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/-2ufnQ1Ngvk&hl=de_DE&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="480" height="385"></embed></object></p>]]>
        
    </content>
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    <title>Microsoft nimmt Cryptome.org vom Netz</title>
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    <link rel="service.edit" type="application/atom+xml" href="http://www.ostblog.de/cgi-bin/mt/mt-atom.cgi/weblog/blog_id=1/entry_id=2638" title="Microsoft nimmt Cryptome.org vom Netz" />
    <id>tag:www.ostblog.de,2010://1.2638</id>
    
    <published>2010-02-25T14:33:28Z</published>
    <updated>2010-02-26T11:54:05Z</updated>
    
    <summary>Was der US-Regierung seit der Gründung der Whistleblower-Seite Cryptome.org, 1996, nicht gelang, das schaffte der Konzern Microsoft in kürzester Zeit: Cryptome ist offline. Auf Cryptome.org werden vom Betreiber John Young seit Jahren interne Regierungs- bzw. andere Geheimdokumente veröffentlicht, so auch...</summary>
    <author>
        <name>A.S.H.</name>
        
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            <category term="Technik" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ostblog.de/">
        <![CDATA[<p>Was der US-Regierung seit der Gründung der Whistleblower-Seite <a href="http://Cryptome.org">Cryptome.org</a>, 1996, nicht gelang, das schaffte der Konzern Microsoft in kürzester Zeit: Cryptome ist offline.</p>

<p>Auf Cryptome.org werden vom Betreiber John Young seit Jahren interne Regierungs- bzw. andere Geheimdokumente veröffentlicht, so auch <a href="http://www.google.de/search?q=cryptome&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a">vor zwei Tagen</a>  ein Papier unter dem Stichwort "Microsoft Demands Takedown of MS Spy Guide".  Darin gab der Konzern Microsoft den Strafverfolgungsbehörden offensichtlich Hinweise, welche Informationen sich über Nutzer von Microsoft-Produkten gewinnen lassen.</p>

<p>Cryptome ist mittlerweile wieder unter unter einer anderen Adresse (<a href="http://cryptomeorg.siteprotect.net">http://cryptomeorg.siteprotect.net</a>) erreichbar und ich behaupte mal, diese Microsoft-Aktion wird PR-technisch für den Konzern nach hinten losgen.</p>

<p>Update: <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1640368/">Microsoft zieht Beschwerde zurück :)</a></p>]]>
        
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    <title>Der grüne Prinz</title>
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    <published>2010-02-24T16:43:59Z</published>
    <updated>2010-02-24T16:52:58Z</updated>
    
    <summary>Mousab Hassan Yusef, Sohn des HAMAS-Gründers, Scheich Hassan Yusef, war viele Jahre lang Agent des israelischen Geheimdienstes Shin Bet, berichten Haaretz und RIA Novosti...</summary>
    <author>
        <name>A.S.H.</name>
        
    </author>
            <category term="Politik" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ostblog.de/">
        <![CDATA[<p>Mousab Hassan Yusef, Sohn des HAMAS-Gründers, Scheich Hassan Yusef, war viele Jahre lang Agent des israelischen Geheimdienstes Shin Bet, berichten <a href="http://www.haaretz.com/hasen/spages/1151941.html">Haaretz</a> und <a href="http://de.rian.ru/world/20100224/125222404.html">RIA Novosti</a></p>]]>
        
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    <title>Extremismus - Exorzismus</title>
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    <id>tag:www.ostblog.de,2010://1.2636</id>
    
    <published>2010-02-23T17:49:09Z</published>
    <updated>2010-02-23T22:42:33Z</updated>
    
    <summary>Ist ja niedlich. Spreeblick erklärt uns heute den Unterschied zwischen Links- und Rechtsextremismus und was man dagegen tun kann. &quot;Viele linksextreme Straftaten entstehen im Kampf gegen den Rechtsextremismus. Antifaschismus und Antirassismus gehören neben Globalisierungskritik und Sozialabbau zu den Kernthemen der...</summary>
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        <name>A.S.H.</name>
        
    </author>
            <category term="Kultur" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ostblog.de/">
        <![CDATA[<p>Ist ja niedlich. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Extremismus">Spreeblick erklärt uns heute</a> den Unterschied zwischen Links- und Rechtsextremismus und was man dagegen tun kann.</p>

<p>"Viele linksextreme Straftaten entstehen im Kampf gegen den Rechtsextremismus. Antifaschismus und Antirassismus gehören neben Globalisierungskritik und Sozialabbau zu den Kernthemen der Linksextremen. Es gibt also einen relativ simplen Weg, den Linksextremen das Wasser abzugraben: Der Staat braucht nur den Rechtsextremismus bekämpfen. Wenn die Leute nicht mehr selber auf die Straße müssen, um in Dresden einen Naziaufmarsch zu verhindern, werden sie sich deswegen nicht vor der Dresdner Lackfabrik versammeln, um sie zu stürmen und dort einen arbeitergeführten Betrieb einzurichten. Wer wirksam gegen Linksextreme vorgehen will, muss wirksam gegen Rechtsextreme vorgehen."</p>

<p>Mal abgesehen davon, dass diese beiden eindimensionalen Staatschutzbegriffe, seit ihrer Erfindung im kalten Krieg, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Extremismus">umstritten sind</a>, wird eher umgekehrt ein Schuh draus: Wenn der Staat sich nicht ständig schützend vor seine Nazis stellen würde, wären diese womöglich längst von den Straßen verschwunden.</p>]]>
        
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    <title>Das Lottel-Feuilleton</title>
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    <id>tag:www.ostblog.de,2010://1.2635</id>
    
    <published>2010-02-14T22:54:38Z</published>
    <updated>2010-02-14T22:57:18Z</updated>
    
    <summary>Von Jürger Schneider Unter dem Pseudonym Axel Lottel äußerte sich am Samstag in der »Frankfurter Rundschau« ein »prominenter Literaturkritiker« zum »Hegemann-Komplex« (ZDF). Wer ist Axel Lottel? Und warum verwendet einer ein Pseudonym, um bambiharmlose Zeilen zu verfassen, in denen er,...</summary>
    <author>
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    </author>
            <category term="Kultur" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ostblog.de/">
        <![CDATA[<p><em>Von Jürger Schneider</em></p>

<p>Unter dem Pseudonym Axel Lottel äußerte sich am Samstag in der »Frankfurter Rundschau« ein »prominenter Literaturkritiker«  zum »Hegemann-Komplex« (ZDF). Wer ist Axel Lottel? Und warum verwendet einer ein Pseudonym, um bambiharmlose Zeilen zu verfassen, in denen er, sich offenbar mutig wie sonst niemand wähnend, dafür plädiert,  Helene  Hegemann den Leipziger Literaturpreis zu verleihen. Helene Hegemann, verantwortlich für den im Ullstein Verlag erschienenen literarischen Remix »Axolotl Roadkill«, versteckt sich hinter keinem Pseudonym. Längst hat sich für sie die nicht mehr kniggegerechte und lange schon beerdigt geglaubte Anrede »Fräulein« durchgesetzt. Der Rückgriff auf eine antiquierte Anredeform gibt sich als »Kritik«.  Als sei nicht schon das Hegemann entgegengehaltene Feuilletonbonmot, nur dann dürfe von Literatur die Rede sein, wenn das Werk auf eigenem Erleben im wirklichen Leben gründe,  Zeugnis von Geistesferne genug gewesen. Zeugnis derer, die zu keiner lebendigen Erfahrung eines nicht schon Approbierten fähig sind. Da wird, als lebten wir in den miefigen  50er Jahren, mit advokatorischem Gestus geurteilt, Hegemanns Buch sei keine Literatur, sondern Pornographie. Nicht die Kriegshandlungen, die von dieser Gesellschaft getragen werden, gelten jenen Biedermännern als pornographisch, schließlich will man nicht am Diktum rütteln, am Hindukusch werde unsere Freiheit verteidigt. Nein, als »pornographisch« verworfen werden soll ein literarischer Text, in dem das Verb ficken verwendet wird und in dem sich die Romanfiguren mit anderen Drogen als Prosecco die Rübe zuknallen. Auch so will die neue Sittlichkeitsliga offenbar eine Freiheit verteidigt wissen, die nicht die unsere ist. </p>]]>
        <![CDATA[<p>Was trieb diesen Lottel zum Decknamen? Die Angst, die Kolleginnen und Kollegen vom Meutejournalismus könnten über ihn herfallen? Jene also, die ihren Tag gerne damit verbringen, Pressemitteilungen, Waschzettel und den Flachsinn vermeintlicher Leistungsträger wiederzukäuen, nur um nun Helene Hegemann an den Pranger zu stellen, ihr vorzuwerfen, sie habe abgeschrieben. Ein Vorwurf, der in die ersten überschwänglichen Elogen und Lobeshymnen auf das Hegemann-Buch keinen Eingang fand. Nein, das Erregungspotential, das in dieser Vehemenz absent war, als ein sich selbst jahrzehntelang als Gewissen der Nation stilisierender Schriftsteller mit seiner SS-Vergangenheit reüssieren ging, setzte erst ein, als die Meute bei einem Blogger abschreiben konnte, dass die eben noch als »Fräuleinwunder« gelobte Helene einige Sätze aus dem Buch »Strobo« von Airen entlehnt hat. Abschreiben ist den Abschreibkritikern  nicht genug. Also brüstet sich ein Herr Schmitz in der Wochenendausgabe der »Süddeutschen Zeitung«, die sich im Hegemann-Bashing besonders hervortut, als sei ihr Buch nicht auch der Versuch, mit dem Tod der Mutter zurecht zu kommen: »Wenn man sich die Mühe macht, beide Bücher zu vergleichen, entdeckt man Dutzende geklaute Sätze und Passagen.« »Man« will sagen: ich, der Schmitz. Dass man nichts entdeckt hat, hält einen freilich nicht davon ab, nicht nur negativ über Helene Hegemanns Buch zu urteilen, sondern gleich über ihr Umfeld mit. Wir schreiben ab, was Theodor Wiesengrund Adorno vor Jahrzehnten zu einem solchen Verfahren notierte: »Wird negativ geurteilt, so geschieht es eher im Sinne eines autoritären Dekrets als dem des Eindringens in die Sache. Die Ablehnung hat stets noch die Form dessen, was im Jargon des Dritten Reiches ›abschießen‹ hieß.« (Adorno, Zur Krisis der Literaturkritik, in: ders., »Noten zur Literatur«, Gesammelte Schriften 11, S. 662)</p>

<p>Doch jeder Medienhype ist von kurzer Dauer. Die Meute zieht weiter. Haiti? Trümmer von vorgestern. Tocotronic? Wer bitte? Ein kursorischer Blick in die Tageszeitungen der letzten Tage zeigt, dass der Meutejournalismus dem von ihm kreierten  »Hegemann-Komplex« nun langsam den Rücken kehrt und sich, wie von einem alien attractor angezogen, geschlossen einer Novelle mit dem Titel »Mein Jenseits« zuwendet. Dieses schmale Werk stammt aus der Feder von Martin Walser. »Leicht, federnd und schlackenlos« sei dieses Büchlein, heißt es in der »Welt«. Und in der »Süddeutschen Zeitung« schreibt Thomas Steinfeld ergriffen, das milde Licht dieses Altersbuches strahle vertrauensvoll auf ein großes Werk zurück. Vor allem vermutlich auf das Walser-Buch »Tod eines Kritikers«.  Als groß darf in Deutschland noch immer ein Werk gelten, das von antisemitischen Ressentiments durchsetzt ist. Zum Lobe dessen bedarf es offensichtlich eines Pseudonyms nicht. </p>]]>
    </content>
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    <title>Die „radikale“ Linke auf dem Weg ihrer Selbstentmündigung?</title>
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    <link rel="service.edit" type="application/atom+xml" href="http://www.ostblog.de/cgi-bin/mt/mt-atom.cgi/weblog/blog_id=1/entry_id=2633" title="Die „radikale“ Linke auf dem Weg ihrer Selbstentmündigung?" />
    <id>tag:www.ostblog.de,2010://1.2633</id>
    
    <published>2010-02-11T16:26:57Z</published>
    <updated>2010-02-11T17:06:10Z</updated>
    
    <summary>Am 17. Januar veranstaltete die &quot;Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin&quot; (ARAB) eine interesssante Podiumsdiskussion zum Thema &quot;DDR – Die radikale Linke und der realsozialistische Versuch&quot;. Auf dem Podium saßen der ehemalige NVA-Offizier Ingo Höhmann, Herbert Mißlitz, Ende der 1980er Jahre in...</summary>
    <author>
        <name>A.S.H.</name>
        
    </author>
            <category term="Politik" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ostblog.de/">
        <![CDATA[<p>Am 17. Januar veranstaltete die "Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin" (ARAB) eine interesssante Podiumsdiskussion zum Thema "DDR – Die radikale Linke und der realsozialistische Versuch". </p>

<p>Auf dem Podium saßen der ehemalige NVA-Offizier Ingo Höhmann, Herbert Mißlitz, Ende der 1980er Jahre in der DDR-Opposition aktiv, und Inge Viett, ehemalige Angehörige der Bewegung 2. Juni die acht Jahre in der DDR im Exil lebte.</p>

<p>Alle Diskussionsbeiträge sind <a href="http://arab.antifa.de/index.php/media/audio/390-mitschnitte-ddr-die-radikale-linke-und-der-realsozialistische-versuch">hier auf der ARAB-Seite nachzuhören</a>.</p>

<p>Inge Vietts Beitrag wurde auch in der <a href="http://www.jungewelt.de/2010/01-26/007.php">jungen Welt</a>, in der <a href="http://www.trend.infopartisan.net/trd0210/trd100210.html">Onlinezeitung trend</a> und auf <a href="http://arab.antifa.de/index.php/themen/klassenkampf/385-texte-zur-ddr-veranstaltung">arab.antifa.de</a> in schriftlicher Form veröffentlicht.</p>

<p>Die Veranstalter schreiben auf ihrer Webseite "Gerne sind wir auch an Kritik und Anmerkungen interessiert."</p>

<p>Gut, dachte sich unser Autor Thomas Klein und stellt sich die Frage:</p>

<p>"Was soll man zu dieser Strömung in der zeitgenössischen Linken sagen, die nur noch militant, aber nicht mehr radikal ist – auch, weil sie sich weigert, nach den Wurzeln dieses DDR-Systems und der wirklichen Funktion der herrschenden SED-Parteiführung zu fragen?"</p>

<p>Hier nun seine lesenswerte Veranstaltungskritik:</p>

<p><strong>Die „radikale“ Linke auf dem Weg ihrer Selbstentmündigung? Beobachtungen während einer Veranstaltung im KATO.</strong></p>

<p>Die linke antistalinistische Opposition in der DDR war während der gesamten Zeit der Herrschaft einer bürokratischen SED-Nomenklatura permanenter Verfolgung unterschiedlichen Ausmaßes ausgesetzt. Obwohl ihr die aus der Sowjetunion bekannte physische Massenvernichtung vermeintlicher oder tatsächlicher „Staatsfeinde“ erspart blieb, organisierten die Sicherheits- und Parteikontrollorgane zu Zeiten des Hochstalinismus doch eine umfassende politische Vernichtungsauslese: Rätekommunistische, linkssozialistische, trotzkistische oder sozialdemokratische Strömungen wurden nachhaltig zerschlagen, die Massenpartei SED periodisch von solchen Tendenzen „gesäubert“ und die Parteimitglieder wirksam eingeschüchtert. Wer im Namen eines demokratischen Sozialismus das politbürokratische Herrschaftssystem herausforderte, sah sich auch während seiner poststalinistischen Periode von zum Teil langjährigen Haftstrafen, betonharten Berufsverboten, sozialer Diskriminierung  und einem permanenten Ausreisedruck bedroht. Als ein demokratischer Sozialismus 1968 in der CSSR zur breiten gesellschaftlichen Bewegung wurde, halfen dort nur noch Panzer. Die Anhänger jedweder sozialistisch-kommunistischen Alternative zum in der DDR herrschenden Politbürokratismus wurden als „Antikommunisten“ und „Agenten des Klassenfeindes“ diffamiert.  In der postterroristischen Periode einer  modernisierten bürokratischen Diktatur sorgte der sich aufblähende Geheimdienst mit neuen ausgeklügelten Herrschaftstechniken (Vorfeld-Prävention und „Zersetzung“) dafür, dass linker antibürokratischer Widerstand weiterhin nur konspirativ arbeiten konnte. Die Furcht der Herrschenden in der DDR vor demokratisch-sozialistischen Herausforderern im eigenen Land war allemal größer, als vor dem westlichen Systemkonkurrenten, mit dem stets, wenn es eng zu werden drohte, der Ausgleich gesucht und gefunden wurde: Mit Schmidt, Strauß und Kohl wurde gedealt, mit der Opposition befasste sich das MfS. Die Herrschaft der SED-Bürokraten war antiemanzipatorisch, paternalistisch, in einem erstaunlichen Ausmaß bürgerlich – kurz: antisozialistisch. Während ihrer 40-jährigen Herrschaft ist ihnen das gelungen, was die ideologischen Feldzüge des antikommunistischen westlichen Systemkonkurrenten nie zu erreichen vermochten: Mit dem gefälschten Etikett des „Realsozialismus“ die Perspektive eines freiheitlichen, demokratischen Sozialismus in der DDR-Bevölkerung (und nicht nur in ihr) nachhaltig zu diskreditieren.</p>]]>
        <![CDATA[<p>Dies alles ist nicht neu, es ist gesicherter Forschungsstand und – noch wichtiger – Teil des Erfahrungsbestands mehrerer Generationen antistalinistischer Opposition in der DDR. Wer es wissen wollte, konnte es wissen – schon lange, bevor die Akten offen waren. Doch von alledem war nicht die Rede, als am 17. Januar die „Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin“ im Kreuzberger Veranstaltungsort KATO der Frage nachging, welches Verhältnis heute die radikale Linke zum „realsozialistischen Versuch DDR“ entwickeln könne. Ein ehemaliger NVA-Offizier eröffnete seine Präsentation mit einem Bekenntnis „ohne wenn und aber“ zur DDR. Für „Westlinke“ war es vermutlich von gewissem Neuigkeitswert, unverfälscht eine Vorstellung dessen geboten zu bekommen, was in der DDR über Jahrzehnte deren Staatsbürgern an demagogischem Müll zugemutet wurde: So hörte man nach 20 Jahren endlich wieder einmal die Offenbarung, die Okkupation der CSSR 1968 sei eine „Maßnahme“ zur Verhinderung des Versuchs der imperialistischen Mächte gewesen, die CSSR aus dem Bund der „Bruderländer“ herauszubrechen. Die erste leibhaftige Begegnung der stalinistischen Parteiführung mit der Arbeiterklasse am 17. Juni 1953 in Gestalt eines Faustschlags (Brecht) zeitigte aus der Sicht dieses „bekennenden Antimilitaristen“ aus der NVA ganz berechtigt den Einsatz von Panzern zur Abwehr eines faschistischen Putsches – wie auch der 13. August 1961 eigentlich eine imperialistische Aggression verhinderte. Ansonsten seien wohl hier und da auch „Fehler“ gemacht worden, ohne dass sich der Referent genauer an solche zu erinnern vermochte. In diesem Punkt war Inge Viett mit ihrem Beitrag auskunftsfreudiger, ohne dass sie auch nur im Mindesten auf die Idee kommen wollte, solche angeblichen Fehler und „Schwächen“ könnten authentische Elemente oder Folgeeffekte der konsistenten Herrschaftslogik politbürokratischer Machtabsicherung gewesen sein. Anstelle einer sich an den Begriffen marxistischer Analyse orientierenden materialistischen Kritik dieser nominalsozialistischen Gesellschaftsformation übernahmen alle Referenten kritiklos das ideologische Vokabular des legitimatorischen und verkommenen „ML“ unseligen Angedenkens mitsamt seinem Inhalt: Inge Viett solidarisierte sich mit der DDR als (dem „Grundcharakter“ nach) „erster sozialistischer Gesellschaft auf deutschem Boden“, beschönigte die Folgen der Vergesellschaftungsblockaden durch das Verfügungsmonopol der Parteibürokratie über das Staatseigentum an Produktionsmitteln, fand keine begriffliche Differenzierung für den Unterschied zwischen autokratischem Wirtschaftsdirigismus und durch ihn verhinderter sozialistischer Wirtschaftsplanung, begriff nicht den Umfang stattgefundener Totalenteignung der praktisch zu „Staatssklaven“ degradierten arbeitenden Klassen und wollte einfach nicht verstehen, dass der Repressionsapparat gegen deren Selbstorganisation als größter Gefahr für diese Diktatur über die Arbeiterklasse in Stellung gebracht wurde. Diesen Repressionsapparat verharmlost Inge Viett überdies als „altbacken und herkömmlich“ und verkennt völlig die damalige gesellschaftliche Wirkungstiefe dieses Drohpotentials. Das Ganze findet seine Steigerung in der Bilanz, das MfS sei im Alltag höchstens Objekt von Witzen gewesen. Ihr ist völlig entgangen, dass das Arsenal betrieblicher und sozialer Kontroll-, Unterdrückungs- und Überwachungsinstanzen weit über den für sich genommen schon imposanten Umfang geheimdienstlicher Abwehrarbeit hinausging. Ihre Ignoranz angesichts nicht zu leugnender Ungeheuerlichkeiten dieses „Realsozialismus“ – die sie durchaus zu benennen weiß –  gipfelt im der höhnischen Indienststellung der Marx´schen Rede vom „Reich der Notwendigkeit“, mit der schon Generationen von Parteiführern noch jede Schweinerei rechtfertigten, wenn ihre Kritiker ihnen das Marx´sche Bild einer zu entwickelnden Assoziation freier Produzent/Innen entgegenhielten.</p>

<p>Auch Herbert Mißlitz, als Zeitzeuge und damals Aktiver in der linken Opposition der DDR durchaus geeignet, diese massive Verzeichnung und Beschönigung der Realitäten nominalsozialistischer Gesellschaftsformierung richtigzustellen, kapitulierte vor dieser euphemistischen „Einheitsfront“. Er entgegnete einer Diskutantin, die darauf hinwies, eben jene Kopf- und Handlanger des DDR-Systems wie erwähnter NVA-Offizier auf dem Podium seien damals die erklärten Widersacher linker Opposition in der DDR gewesen (und umgekehrt), dies würde für ihn nicht gelten. In seinem Beitrag beschränkte er sich darauf, den Unmut Jugendlicher über gewisse administrative Verbotsakte gegenüber Rockbands und Liedermachern zu beschreiben, auf die Schwierigkeiten beim Beschaffen von in der DDR illegalen Büchern hinzuweisen und naiv zu fragen, warum innerbürokratische Rationalitätskonflikte wie der zwischen Gerhard Schürer und Günter Mittag nicht öffentlich ausgetragen wurden! Ansonsten habe in der DDR-Opposition niemand vorgehabt, „den Sozialismus in der DDR abzuschaffen“. Welchen Sozialismus? Herbert Mißlitz ist meilenweit hinter die Standards der Gesellschaftskritik seiner damaligen Organisation „Vereinigte Linke“ zurückgefallen, die auf den Sturz dieser Politbürokratie hinarbeitete und sich im September 1989 in ihrer „Böhlener Plattform“ weitaus radikaler zur DDR-Wirklichkeit äußerte.</p>

<p> Und so wurde die Podiumsrunde vom teilweise entgeisterten Publikum als in verschiedenen Facetten auftretende Einheitsfront zur Verteidigung des DDR-Gesellschaftssystems wahrgenommen. Wo findet man eine Erklärung für dieses geschichtslose, autoritätsgläubige, unkritische und affirmative DDR-Bild? Was soll man zu dieser Strömung in der zeitgenössischen Linken sagen, die nur noch militant, aber nicht mehr radikal ist – auch, weil sie sich weigert, nach den Wurzeln dieses DDR-Systems und der wirklichen Funktion der herrschenden SED-Parteiführung zu fragen? Was wird man von dieser „linken“ Tendenz erwarten können, wenn es heute um die Frage einer neuen linken politischen Kraft jenseits von Links-Partei-Sozialdemokratie und K-Gruppen-Sektiererei geht?<br />
Ganz offensichtlich ist der Ekel vieler Linker vor den medialen Inszenierungen gesamtdeutscher Feierseligkeit von Mauerfall und Wiedervereinigung eine Quelle zeitgenössischen Unbehagens. Da diese Inszenierungen wesentlich von der anhaltenden Indienststellung des Feindbildes „DDR“ in den Begriffen des gegenwärtigen Antikommunismus leben und dieses Bild den am 17. Januar im KATO präsentierten Blödsinn nicht selten noch übertrifft – natürlich im Sinne der ideologischen „Gegenrichtung“  - erklärt sich das plötzlich erwachte Interesse gerade von „Westlinken“ an der früher so tapfer ignorierten DDR sofort von selbst. Hinzu kommt, dass die anhaltende Ohnmacht angesichts der Obszönitäten globalkapitalistischer Barbarei heute das Bedürfnis vieler (vor allem junger) Linksradikaler anfeuert, sich wieder auf die Suche nach Identifikationsmustern und Orientierungshilfen zu begeben. Wir hatten das alles schon mal – etwa in Gestalt der unsäglichen maoistischen K-Gruppen der 70er Jahre. Deren damalige und heute gewendete Parteigänger findet man inzwischen übrigens vielfach in der Phalanx des prowestlichen Antikommunismus wieder. Wenn auch heute neuerlich der primitive Automatismus „Der Feind meines Feindes kann nur mein Freund (gewesen) sein“ das Hirn vernebelt, kann nur ein reaktionäres Gemisch herauskommen – etwa  als Einvernehmen ehemaliger stalinistischer Systemwahrer mit vermeintlich linksradikalen Kritikern des real existierenden Kapitalismus. Auf diesem Level sind offenbar einige Fraktionen des „Linksradikalismus“ wieder bereit,  ihren Frieden mit dem historischen Stalinismus zu machen. Dieser zeitgenössische Philostalinismus ist aber heute nicht allein ein unbewältigtes historisches Erbe, sondern hat sehr gegenwärtige Wurzeln und droht erneut, zu einer politischen Praxis und Theorie neostalinistischer Provenienz zu werden (1). </p>

<p><strong>Thomas Klein</strong></p>

<p>(1)  Vgl. dazu auch: Christoph Jünke, Vergangenheit, die nicht vergeht. Über den langen Schatten des Stalinismus. <a href="http://www.sopos.org/aufsaetze/49942b7b40c8a/1.phtml">http://www.sopos.org/aufsaetze/49942b7b40c8a/1.phtml</a> <br />
</p>]]>
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    <title>INTO ISTANBUL</title>
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    <published>2010-02-11T16:07:01Z</published>
    <updated>2010-02-11T17:10:37Z</updated>
    
    <summary>[Veranstaltungshinweis] Philharmonie Essen, Alfried Krupp Saal, Huysenallee 53, 45128 Essen Sa., 13. Februar 2010, 19.30 Uhr Was macht das Wesen einer Stadt aus? Was bestimmt ihre Essenz jenseits bekannter Assoziationen, jenseits aller &quot;Klischees&quot;? Mit anderen Worten: Wie klingt eine Stadt?...</summary>
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        <name>A.S.H.</name>
        
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        <![CDATA[<p>[Veranstaltungshinweis]</p>

<p>Philharmonie Essen, Alfried Krupp Saal, Huysenallee 53, 45128 Essen<br />
Sa., 13. Februar 2010, 19.30 Uhr</p>

<p>Was macht das Wesen einer Stadt aus? Was bestimmt ihre Essenz jenseits bekannter Assoziationen, jenseits aller "Klischees"? Mit anderen Worten: Wie klingt eine Stadt?</p>]]>
        <![CDATA[<p>Vier Komponisten erforschen die musikalische Essenz von Istanbul, die kosmopolitische Metropole am Bosporus. "Istanbul ist die Schnittstelle zwischen Ost und West nicht nur in geographischer, sondern auch in kultureller Hinsicht. Die Idee, den nicht greifbaren Geist der Stadt in nicht greifbare Töne zu verwandeln, ist unglaublich schön und ungewöhnlich - sie eröffnet äußerst viele, unterschiedliche Möglichkeiten" (Vladimir Tarnopolski). Gemeinsam mit drei weiteren Kollegen - Mark Andre, Beat Furrer, Samir Odeh-Tamimi - lebte der russische Komponist einen Monat in der türkischen Stadt. In Auseinandersetzung mit ihr schrieben die Komponisten anschließend ein 20minütiges Werk, das die Wahrnehmungen eines jeden einzelnen in Musik fasst. </p>

<p>Tarnopolski ließ sich von einem Gebet in der Chora-Kirche inspirieren. Mark Andre tastete für seine Komposition "üg" die Akustik der Blauen Moschee ab und mixte diese Klangspuren mit dem Flüstergesang von Stadbewohnern. Grundlage für Beat Furrer ist eine arabische Melodie, die während eines Gebets in der Blauen Moschee erklang. Und Samir Odeh-Tamimi widmete sich Alltagsklängen der Metropole Istanbul, Muezzin-Gesänge inklusive.</p>

<p><strong>Begegnung der Kulturhauptstädte<br />
Into Istanbul<br />
Inspiration of Turkey</strong><br />
Ensemble Modern<br />
Alejo Pérez, Dirigent<br />
Norbert Ommer, Klangregie<br />
Felix Dreher, Live-Elektronik<br />
Roland Diry, Moderation</p>

<p>Vladimir Tarnopolski <br />
"Eastanbul" für großes Ensemble (2008) <br />
Beat Furrer <br />
"XENOS" (2008) <br />
Samir Odeh-Tamimi <br />
"CIHANGIR" (2008) <br />
Mark Andre <br />
"üg" für Ensemble (2007-2008) </p>

<p>19:30 Uhr "Die Kunst des Hörens" - Konzerteinführung durch Roland Diry mit dem Ensemble Modern<br />
20:00 Uhr Konzert<br />
</p>]]>
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    <title>Hartz IV bekommt eins auf die Fresse...</title>
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    <published>2010-02-09T15:32:21Z</published>
    <updated>2010-02-09T15:41:31Z</updated>
    
    <summary>...und die dafür Verantwortlichen (Rot-Grün unter kräftiger Mithilfe von Union und FDP) gleich mit. „Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts hat entschieden, dass die Vorschriften des SGB II, die die Regelleistung für Erwachsene und Kinder betreffen, nicht den verfassungsrechtlichen Anspruch auf...</summary>
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            <category term="Politik" />
    
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        <![CDATA[<p>...und die dafür Verantwortlichen (Rot-Grün unter kräftiger Mithilfe von Union und FDP) gleich mit. <br />
<a href="http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg10-005"><br />
„Der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts hat entschieden, dass die Vorschriften des SGB II, die die Regelleistung für Erwachsene und Kinder betreffen, nicht den verfassungsrechtlichen Anspruch auf Gewährleistung eines menschenwürdigen Existenzminimums aus Art. 1 Abs. 1 GG in Verbindung mit Art. 20 Abs. 1 GG erfüllen.“</a> </p>

<p>Zur Erinnerung: In Artikel 1 Abs. 1 Grundgesetz steht der angeblich wichtigste Satz dieser rechtlichen und politischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“.</p>

<p>Und wie so oft in letzter Zeit, waren es nicht „unsere Volksvertreter“ im Bundestag oder die bürgerlichen Medien oder eine starke Linke oder eine, wie auch immer aussehende, außerparlamentarische Opposition, die den Bruch eines bedeutenden Grundrechts stoppte.  Es war erst die letzte Instanz, ein Gericht in Karlsruhe, Schloßbezirk 3.</p>

<p>Demokratie sieht anders aus.</p>]]>
        
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    <title>Havemann-Gesellschaft unter Konformitätsdruck</title>
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    <published>2010-02-06T22:57:43Z</published>
    <updated>2010-02-10T22:27:39Z</updated>
    
    <summary>Jede und jeder erinnert sich gern an den tollen live-Mitschnitt vom 10. November 1989 vor dem Schöneberger Rathaus, wo das klägliche Absingen der deutschen Nationalhymne durch Kohl, Brandt, Genscher und den Inselbürgermeister Momper im Pfeifkonzert tausender Gegendemonstanten unterging. „Unvergessen wohl...</summary>
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            <category term="Kultur" />
    
    <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ostblog.de/">
        <![CDATA[<p>Jede und jeder erinnert sich gern an den tollen live-Mitschnitt vom 10. November 1989 vor dem Schöneberger Rathaus, wo das klägliche Absingen der deutschen Nationalhymne durch Kohl, Brandt, Genscher und den Inselbürgermeister Momper im Pfeifkonzert tausender Gegendemonstanten unterging.<br />
„Unvergessen wohl deren schräger Chor beim Singen der Nationalhymne.“ Falsch, radio eins! Unvergessen nicht wegen des schrägen Singens, sondern weil für die deutsche Nationalhymne auf den Straßen von Berlin (noch) kein Durchkommen war!</p>]]>
        <![CDATA[<p>Nun verortet die Havemann-Gesellschaft in der deutschen Hauptstadt 18 Brennpunkte der „Friedlichen Revolution ... von 1989, mit der die kommunistische Diktatur beseitigt wurde“, auch „Revolutionsorte“ genannt, die so wichtig gewesen sein sollen, daß sie dort sogenannte  „<a href="http://revolution89.de/?PID=static,Revolutionsstelen,Index_de">Revolutionsstelen</a>“ aufstellt.</p>

<p>Von den geplanten 18  Stelen sollen 15 in Berlin (Ost) und 3 in Berlin (West) stehen, eine wurde nun am Schöneberger Rathaus platziert und die CDU heult angesichts des darauf zu lesenden Textes auf: Geschichtsfälschung!<br />
Nach erst 20 Jahren Neues Wahrheitsministerium läuft eben noch so Einiges aus der Spur. So soll die  Geschichte nicht gewesen sein! Die Kontrolle eines ganzen Gedenk- und Erinnerungsjahres ist ja auch eine enorme Herausforderung, das kann nicht gelingen, also müssen sich die Geschichtsbildner auf das Wesentliche begrenzen. Nur so lange die Stelen im öffentlichen Raum nicht „die große Politik“ stören, werden sie als Spielwiese der Friedlichen Revolutionsromantiker toleriert, ausgehalten oder instrumentalisiert.</p>

<p>Noch hält die Havemann-Gesellschaft dem Druck aus der Propaganda-Abteilung stand (s.z.B. Springers "<a href="http://www.morgenpost.de/printarchiv/berlin/article1246581/Das-ist-eine-Faelschung-der-Geschichte.html">Berliner Morgenpost</a>" von Ende Januar 2010), jedoch läßt ein Interview vom vergangenen Freitag auf Radio eins mit Frank Ebert von der Havemann-Gesellschaft nichts Gutes ahnen:<br />
„... daß wir selbstverständlich ... bereit sind ... den Text sprachlich in solch eine Form zu bringen, daß solche Mißverständnisse ... nicht mehr ... vorhanden sind ...“</p>

<p>Gegenüber der „kommunistischen Diktatur“ nannte man das ganz einfach und selbstverständlich  <em>politische Zensur</em> und <em>Selbstzensur</em>, heute  wird gesagt:  Texte werden sprachlich in solch eine Form gebracht, um Mißverständnisse auszuräumen.</p>

<p>Was wird da am Ende hinten 'rauskommen?</p>

<p>Das Radio-Interview (ca. 6 min.) als mp3 zum Nachhören: <a href="http://www.radioeins.de/programm/programmbeitraege/20100205/denkmal_sorgt_fuer.html">Hier</a>.<br />
</p>]]>
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